• 2017
  • 25.01.
  • 2017.25.01.

Richtiger Winter

© Frank Hartmann

Reich strukturiert, herrscht bei der TZG kein Mangel an Gräben, die es zu pflegen gilt.

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Nein“, sagt Dirk Grigutsch, „natürlich haben wir den Winter nicht ‚verlernt‘.“ So einen, wie in dieser  Saison, hatte man, am Rand des Thüringer Wintersportgebietes Nummer eins, aber lange schon nicht mehr. Dabei fühlt er sich mit Schneehöhen von 10 bis 15 cm in Ernstroda und von 25 cm in den Höhenlagen lediglich „normal“ an. Der Pflanzenbauleiter der TZG freut sich über die geschlossene Schneedecke und den Frost, dessen bisherigen Tiefpunkt Grigutsch bei -16 °C gemessen hat. „Auch wenn wir im Herbst Niederschläge hatten, die uns zum Teil bei der Herbstbestellung behinderten, hilft der Schnee, die Bodenwasservorräte bis zum Frühjahr aufzufüllen.“ Die Bodengare leiste ihr Übriges. Gefahren von Auswinterung bestünden bislang nicht – der Schnee fiel mit ausreichender Stärke zum richtigen Zeitpunkt.

Wegebau und Grabenpflege

Davor machte sich das Pflanzenbauteam der TZG an den Feldwegen zu schaffen und besserte Schadstellen aus. Schotter und Splitt, den die TZG bezahlt, holten Grigutschs Kollegen selbst aus dem Steinbruch. „Auch wenn uns die Wege nicht gehören, muss es gemacht werden“, begründet der Pflanzenbauleiter das Engagement. Diese Arbeiten würden, wie im Übrigen auch die Grabenpflege, mit der Gemeinde abgesprochen. „Wir machen kein großes Aufheben darum. Und wenn der Radweg freigeschnitten werden muss, machen wir das mit, zumal wir die Technik haben.“

Vier-Tage-Woche

Den ganzen Januar arbeitet das Pflanzenbauteam in einer Vier-Tage-Woche. Weil es in der TZG keine „Winterarbeitslosigkeit“ gibt, können die Mitarbeiter Überstunden abbauen bzw. Minusstunden für die anstehende Saison ansammeln. Transportarbeiten gibt es nur wenige. Einzig Maissilage und Mist müssen als Kosubstrate für die Biogasanlage nach Ernstroda gefahren werden. Im Februar gehen die Kollegen dann mit in die Werkstatt. Die Bodenbearbeitungsgeräte werden allesamt in der TZG auf Vordermann gebracht. Großmaschinen, wie etwa der Häcksler, gehen dann zum Service des Händlers. Der Stammfahrer begleitet in diesem Jahr seine Maschine und legt dort mit Hand an.

Kein Vabanquespiel

Grigutsch selbst plant in diesen Tagen die Frühjahrsaussaat und ist dabei, das Erbsen- und Sommergerstensaatgut zu bestellen. Die Pflege und Futterwerbung auf den 1.800 ha Grünland müssen ebenso geplant werden wie die organische Düngung der Ackerkulturen, zumal die Gülle knapp ist. Zwischendurch schließt Grigutsch den einen und anderen Kontrakt für die kommende Weizen-und Rapsernte ab. Dabei lässt sich die TZG auf kein Vabanquespiel ein. Denn wie so oft gleiche die Preisfrage, gerade zu diesem Zeitpunkt, einer Lotterie.

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