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  • 2017.21.06.

Ökozertifikat fürs Schlachthaus

© Frank Hartmann

Erfahrener Fleischermeister: Jürgen Rohmann.

Bildergalerie: Ökozertifikat fürs Schlachthaus


Das EU-zertifizierte Schlachthaus, das auch die Zulassung für Schafe und Ziegen besitzt, war 2009 komplett neu errichtet worden. Der weitaus größte Teil der Schlachttiere wird für die Direktvermarktung der TZG veredelt. Daneben bietet man die Lohnschlachtung an. Zu den Kunden zählen Privatleute, aber ebenso Landwirte, die etwa Heckrinder per Weideschuss töten. „Wir sind in der Vergangenheit immer wieder auch von Biolandwirten gefragt worden, ob wir ihre Tiere schlachten könnten“, berichtet Barbara Dierchen.

Recherchen ergaben, dass gerade Öko-zertifizierte Schlachtstätten rar gesät sind. „Also haben wir uns daran gemacht, unsere Schlachtung entsprechend zertifizieren zu lassen.“ Der TZG kam zugute, dass das Schlachthaus auf dem aktuellen Stand ist und mit Jürgen Rohmann hier ein erfahrener Fleischermeister das Zepter schwingt. So sei der Aufwand überschaubar gewesen; Umbauten waren keine notwendig. Und auch die Zertifizierungskosten waren überschaubar.

 

Zwergzebus zur Premiere

Seit Mitte April gilt die Ökoerlaubnis. Zur Premiere wurden Zwergzebus geschlachtet. „Entscheidend ist die Dokumentation samt korrekter Begleitpapiere und das eindeutige Kennzeichnen der Ware“, erläutert Barbara Dierchen. Konventionelle Schlachthälften und biologische können ins selbe Kühlhaus, müssten aber auf getrennten Rohrbahnen hängen. Das Thema Desinfektion besitze nicht minder Priorität. „Das lässt sich aber mit dem geeigneten Management gut regulieren.“ Das heißt: Werden an einem Tag zunächst Bio-Tiere geschlachtet, können die konventionell gehaltenen ohne Probleme folgen. „Würde man Bio-Tiere nach konventionellen schlachten wollen, müsste zunächst eine Desinfektion erfolgen.“ In der Praxis  sieht das dann so aus, dass die TZG-Fleischerei Bestellungen für einen festen Termin sammelt und an diesem Tag zuerst die Bio-Tiere geschlachtet werden. Die Preise für das Lohnschlachten der Bio-Tiere beziffert Barbara Dierchen mit knapp 20 % über den herkömmlichen liegend.

 

Bio-Wurst noch kein Thema

Freilich blieb es in den letzten Wochen nicht aus, dass die TZG Anfragen zur Herstellung von Bio-Wurst erreichten. Ungeachtet dessen, dass hier nicht nur Investitionen getätigt werden müssten oder Fragen zur sicheren Beschaffung von Rohstoffen zu klären sind, stellt TZG-Geschäftsführer Andreas Umbreit klar: „Wir denken natürlich über Öko nach, auch über eine mögliche Teilumstellung unserer Mutterkuhhaltung. Kurzfristig ist das aber für uns kein Thema.“

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