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  • 2017.01.11.

Neuer Substratmix(er) und drei Hektar Exotik

© TZG

Mit einem normalen Maisgebiss konnte die Zuckerhirse geerntet werden.

Bildergalerie: Neuer Substratmix(er) und drei Hektar Exotik


Versuch macht klug – so wuchs, in Breitsaat gedrillt, auf drei Hektar der TZG Ernstroda in diesem Jahr Zuckerhirse der Sorte Herkules. Ziel sei es, zu prüfen, ob das Süßgras für einen Teil des Biogasmaises eine Alternative sein kann, sagt Pflanzenbauleiter Dirk Grigutsch. Und das insbesondere in trockenen Jahren, wenn der Mais schwächelt. Die Idee gab Maria Benndorf vom Pflanzenbauteam. In ihrer Abschlussarbeit an der Fachschule verglich sie das Potenzial von Sudangras und Zuckerhirse mit Mais.

Starke Erträge

Der ergiebige Niederschlag in dieser Saison und die ungewöhnliche frostfreie Ernte ließen sowohl den Mais als auch die Hirse prächtig gedeihen. Trotz heftigem Zünslerbefall – auf allen Flächen wurden die Stoppeln gemulcht – lieferte der Mais in diesem Jahr eine hervorragende Qualität und einen Ertrag von 43 bis 45 t/ha. „Die Hirse kommt an die 60 Tonnen heran“, berichtet der Pflanzenbauleiter. In den nächsten Tagen wird im Silo eine Probe gezogen. Dann erst werde sich zeigen, ob der Energiegehalt der Hirse dem der Maissilage standhält.

Komfortables Silofutter

Auf weniger Fläche mehr Biogassubstrat zu erzeugen, klinge verlockend. „Dann könnte ich mir vorstellen, im nächsten Jahr die Zuckerhirse auf bis zehn Hektar auszudehnen.“ Gedüngt wurde sie lediglich organisch. Es gab nur eine Herbizidanwendung: „Wir hatten kaum Unkraut, also einen sehr sauberen Bestand.“ Der über fünf Meter hohe Wuchs beeindruckte das Maisgebiss nicht: „Es gab zwar kein Lager, aber eine leichte Neigung. Daher häckselten wir nur einseitig.“ Silofutter und Biogassubstrat summieren sich in der TZG nach dieser Ernte auf komfortable 7.500 t Grassilage, 10.000 t Mais und jene 160 t Zuckerhirse.

Erst improvisiert

Damit die 2003 in Betrieb genommene Biogasanlage, die auf einen Gülleanteil von 95 % ausgerichtet worden war, auch nach dem Ende der Milcherzeugung rund läuft, investierte die TZG Mitte des Jahres in einen Feststoffdosierer. Denn der Substratmix hat sich verändert. Neben der Gülle aus der Jungrinderaufzucht und dem (Kurzhäckselstroh-)Mist aus der Mutterkuhhaltung kommt nunmehr ein höherer Maisanteil hinzu. TZG-Geschäftsführer Andreas Umbreit: „Wir hatten beim Befüllen zunächst improvisiert, was auf die Dauer aber keine Lösung ist.“ Als die Anlage noch zu 95 % auf Gülle lief, war es für das Rührwerk kein Problem, Feststoffe wie den Siloabraum im Fermenter zu mischen.

Dosierer läuft rund

Mittlerweile ist der neue Feststoffdosierer, der samt Steuerung ca. 160.000 € kostete, gut eingestellt, und die Anlage läuft stabil. „Die Befüll- und Dosierzyklen müssen exakt aufeinander abgestimmt sein. Es brauchte eine gewisse Zeit, bis wir den Dreh heraus hatten“, so Umbreit. Zwei Mal täglich wird die Anlage mit jeweils 12 t Maissilage „gefüttert“. Das Befüllen des Dosierers dauere eine knappe halbe Stunde. „Vorteilhaft ist, dass mit der Biomixpumpe das Mischen der Feststoffe und der Flüssigkeit außerhalb des Gärraumes stattfindet. Das minimiert den Wartungsaufwand und eventuelle Ausfallrisiken im Falle eines technischen Problems, etwa mit dem Rührwerk.“ Außerdem ermöglicht der Dosierer das Befüllen beider Fermenter. „Ein weiterer Pluspunkt ist, dass wir unsere alte Güllepumpe weiter nutzen können.“ Ohne Genehmigung konnte die neue Technik freilich nicht in Betrieb genommen werden, gleichwohl die Biogasanlage als solche keine Änderungen erfuhr. In diesem Fall genügte die Anzeige nach § 15 BImSchG. Jeder Landwirt weiß, dass selbst das keine Kleinigkeit ist.

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