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  • 2016.14.12.

Mutterkuhaltung: Qualitätsoffensive ist gestartet

Mutterkühe und Färsen auf der Weide

Mutterkühe und Färsen © Frank Hartmann

Für die Färsen geht es jetzt ins Winterquartier. Diese Tiere werden Ende Mai/Anfang Juni nächsten Jahres kalben.

In dieser Woche sollten die letzten Fleischrinder der TZG Ernstroda ihr Winterquartier in Langenhain beziehen. Am liebsten wäre es Ronny Stein, könnte er die Färsenherde auf der Weide lassen. „Der Aufwand, um eine frostfreie Wasserversorgung gewährleisten zu können, ist einfach zu hoch.“ Das hätten bereits die ersten Frosttage Ende November gezeigt.

Energiereiche Weiden

« Bild links: Leiter des Mutterkuhbereiches der TZG: Ronny Stein in einem der beiden Offenställe in Langenhain.
Foto: Frank Hartmann




Stein, der bei der TZG den Mutterkuhbereich verantwortet, zieht eine gute Bilanz für das Jahr 2016. Die männlichen Absetzer, die auf der Weide geboren wurden, wogen zum Ende der Weidesaison im Durchschnitt 305 kg, die weiblichen 268 kg. „Das ist ein ordentliches Ergebnis und zeugt vom guten Futterwert des diesjährigen Grünlandaufwuchses.“ Die Trockenheit ab September sei seinem Team sogar entgegengekommen, „weil wir doch einige überständige Flächen hatten“. Er könne sich an Jahre erinnern, da brachten die männlichen Absetzer 30 kg weniger auf die Waage. 371 Geburten zählte Stein in diesem Jahr, bisher schon 20 mehr als im gesamten Jahr 2015. Gesund und munter Er hebt hervor, dass mit Ausnahme von vier lahmenden Bullenkälbern kein Kalb auf der Weide behandelt werden musste. Die Verluste aufgrund von Totgeburten seien mit vier Prozent gering einzuschätzen.

Fleckvieh wird Trumpf

Die strategische Qualitätsoffensive wurde in diesem Jahr konsequent angegangen. Im Ergebnis kommt Stein auf 130 Färsen, die allesamt im Unternehmen bleiben werden. „Für das kommende Jahr stellen wir uns 430 abgesetzte Kälber als Ziel.“ Zudem bietet das Reservoir an Jungrindern die Möglichkeit, passgenau zu selektieren. „Unser Anspruch bleibt dabei, mit langlebigen Tieren zu arbeiten.“ Die älteste Mutterkuh ist derzeit 18 Jahre, den Herdendurchschnitt beziffert Stein mit knapp über sieben Jahren. Bei der Anpaarung hatte man komplett auf die Weißblauen Belgier verzichtet. Die Bullen gibt es nicht mehr. „Ein Vorteil war sicher, dass die weiblichen Tiere sehr gutmütig sind. Und auch bei den Kalbungen gab es nur vereinzelt Probleme.“ Dennoch: Für die Erzeugung von Qualitätsfleisch setzt die TZG nunmehr konsequent aufs Fleckvieh, was die Farbschläge der Jungtiere belegen. Neben den 430 Köpfe zählenden „alten“ Mutterkuhherden richtet sich der Blick zudem auf die Etablierung einer Anguspopulation. 16 Kühe, ebenso viele Kälber, acht Färsen und ein Bulle bilden dafür die Basis. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die kleine Herde, die wir Anfang Mai erworben haben, gut entwickeln wird.“

Zweiter Standort

Um dem geplanten Anwachsen der Tierzahlen gerecht werden zu können, wird Stein zufolge am Standort Ernstroda eine größere Mutterkuhherde angesiedelt. Qualitativ gute Weideflächen sind vorhanden; die gedrosselte Jungviehaufzucht bei den Schwarzbunten sowie die leeren Milchviehställe böten als Winterquartier eine gute Perspektive.

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