• 2016
  • 10.11.
  • 2016.10.11.

Mit Premium punkten

© Frank Hartmann

Ihre Direktvermarktung will die TZG offensiv ausbauen.

Bildergalerie: Mit Premium punkten

In der TZG-Direktvermarktung hat man begonnen, das Weihnachtsgeschäft vorzubereiten. Wesentlicher Bestandteil sind hierbei Produktkörbe und Schlemmerpakete, die vor allem regionale Firmen als Präsente für ihre Mitarbeiter ordern. Dabei gilt es, zum gewünschten Liefertermin die bestellten Waren vorrätig zu haben, erklärt Barbara Dierchen, die jetzt diesen TZG-Betriebsteil verantwortet. Bei mehreren Hundert Bestellungen müsse dies logistisch getaktet werden. Neben  diversen Wurst- und Schinkensorten gehören selbstverständlich die Fertigprodukte der TZG zu diesem Sortiment. 26 verschiedene Gerichte – von der Brühe über die Gulaschsuppe bis hin zur Roulade – kann die TZG mittlerweile im Glas anbieten. Darüber hinaus komplettieren Erzeugnisse anderer regionaler Direktvermarkter – von Nudeln bis zum Kräuterlikör – die Angebotspalette. „Zu den Bestellern zählen langjährige Stammkunden, aber auch neue Kunden, die wir über Werbung und direkte Ansprache gewinnen“, so Barbara Dierchen. Im Ernstrodaer Bauernladen und über die Verkaufswagen können Kunden außerdem Gänse und Enten zum Weihnachtsfest bestellen. Die Tiere bezieht die TZG ebenso von regionalen Partnern.

Hälften zum Hausschlachten

Am letzten Oktoberwochenende begann überdies die Hausschlachtsaison. Die TZG bietet für häusliche Schlachtfeste Rinder- und Schweinehälften an. Fleischermeister Jürgen Rohmann berichtet, dass er bis in den März hinein allein dafür wöchentlich fünf bis zehn Tiere auf Bestellung schlachtet. Je nach Kundenwunsch kann die TZG eigene Rinder oder die Schweine ihrer festen Partner vermarkten. „Etliche Kunden liefern auch eigene Tiere an, vor allem Schweine. Das sind jene, die daheim traditionelle Thüringer Wurst herstellen wollen. Und dafür brauchen sie schon Schweine jenseits der 140 Kilogramm.“ Auch wenn die Tradition des „echten“ Hausschlachtens landauf, landab zurückgeht, ist das Geschäft der TZG stabil. Nicht zuletzt deshalb, weil sich heute vielfach mehrere Haushalte eine Schweinehälfte teilen.

Junge Zielgruppe

Mittelfristig will die TZG ihre Direktvermarktung deutlich stärken. Begonnen wurde bereits, die Werbung neu auszurichten. „Zum Schlachtfest Anfang Oktober, das eine erstaunlich gute Resonanz erfuhr, konnten wir auffällig viele Familien mit Kindern begrüßen. Ob das alles neue Kunden werden, wissen wir noch nicht. Aber das ist die Zielgruppe, bei der wir Potenzial sehen“, sagt Barbara Dierchen. Durchstarten will und muss man in den sozialen Netzwerken – mit professioneller Unterstützung.

Angus im Online-Shop

Entscheidend  allerdings  sind die Produkte. „Wir beginnen damit, eine Premiumstrecke aufzubauen“, kündigt Geschäftsführer Andreas Umbreit an. Der Vertrieb soll vor allem über das Internet laufen: „Für richtig hochpreisige Produkte fehlt uns vor Ort die Kaufkraft.“ Den Onlineshop gibt es bereits etliche Jahre. Ins Angebot kommen Edelstücke vom Angus – im Frühjahr wurde eine 20-köpfige Herde gekauft – und vom Wagyu-Rind: Das erste Kreuzungskalb, knapp acht Wochen alt, ist geboren. „Wir beschäftigen uns jetzt intensiv mit Embryonentransfer, denn wir sind fest entschlossen, eine Herde aufzubauen“, sagt Barbara Dierchen.

Kleine Schritte

Für die geplante Offensive muss die Küche umgebaut und zum gegebenen Zeitpunkt in einen Reife- raum investiert werden. Glücklich könne man sich schätzen, dafür die Fachkräfte in der Direktvermarktung und auch in der Tierhaltung zu haben. Längst nicht alle Ideen, für die man mit diversen Partnern im Gespräch ist, sind schon spruchreif. Erste, wenn auch nur kleine Erfolge, würden Lust und Mut machen, sagt Dierchen. Dazu gehöre auch, dass ein erstes, hochpreisiges Restaurant „Entrecote vom Ernstrodaer Weiderind“ auf seiner Speisekarte feilbietet.

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr