• 2014
  • 19.02.
  • 2014.19.02.

Maschinenkauf mit Folgen

© Frank Hartmann

Acht Jahre lief der alte, jetzt ist ein neuer Häcksler da.

Zur Bildergalerie: Maschinenkauf mit Folgen


Acht Jahre hatte der 870er Jaguar-Feldhäcksler der TZG auf dem Buckel, als er im November letztmalig zur Maisernte im Einsatz war. „Es war der richtige Zeitpunkt für die Ersatzinvestition“, sagt TZG-Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch. 600 bis 650 Stunden ist die Futtererntemaschine bei der TZG pro Jahr gelaufen. „Weil es die Einzige ist, muss Verlass auf sie sein.“ Allein aus diesem Grund wurde die Maschine gut gewartet und war optisch wie auch technisch in einwandfreiem Zustand. „Der Gebrauchtmaschinenerlös ist nicht unerheblich, wenn man eine neue Maschine dieses Kalibers kauft“, weiß Grigutsch.

Kraft und Komfort

Um sicher zu gehen, testete man während der letzten Maisernte mehrere Häcksler-Modelle. Die Entscheidung fiel letztlich erneut auf einen Jaguar. „In acht Jahren hat die technische Entwicklung enorme Fortschritte gemacht, im Grunde haben wir jetzt ein völlig anderes Gerät.“ Nicht nur, dass der 950er „Dynamic Power“ mit seinen fast 600 PS gut 130 Pferdestärken mehr leistet als das bisherige TZG-Modell. Mit technischen Raffinessen verspricht der Hersteller genaueres, schnelleres und Diesel sparendes Arbeiten. Auch der Komfort für TZG-Stammfahrer Kai-Uwe Fuchs hat sich verbessert. Immerhin: Von Anfang Mai bis in den November ist das sein täglicher Arbeitsplatz. Eine neue Maschinengeneration bedeutet auch, dass die bisherigen Anbaugeräte – Schwadaufnehmer und Maisgebiss – mit dem neuen Gerät nicht mehr kompatibel sind. Das neue Pick-up-Maisgebiss etwa wird acht statt bisher sechs Reihen Mais ernten können.

Höhere Futterqualität

Die stärkere Maschine wird Folgen für den Futterernteprozess der TZG haben. „Wir erhoffen uns von der höheren Leistungsfähigkeit, den optimalen Schnittzeitpunkt besser ausnutzen zu können.“ Weil das Dauergrünland die maßgebliche Futtergrundlage bildet, war die Anschaffung eines neuen Schwaders mit 15 m Arbeitsbreite im vorigen Jahr bereits vorrausschauend getätigt worden. „Derzeit überlegen wir, was die höhere Schlagkraft für die Arbeit am Silo bedeutet und wie wir darauf reagieren.“ Denn klar ist: Die Qualitätsverbesserung infolge des optimalen Schnittes darf im Silo nicht wieder vergeben werden. So sieht Dirk Grigutsch weniger das Abfahren als Knackpunkt sondern eher das Verfestigen auf dem Silo. „Bisher waren wir hier mit einer Maschine im Einsatz, in Stoßzeiten kam eine zweite, meist mit einem Azubi besetzt, dazu.“ Das soll sich ab diesem Jahr ändern. „Wir brauchen jetzt zwei feste Maschinen auf dem Silo.“ Wie die Lösung aussieht – ob eine Maschine samt Fahrer als Dienstleistung einkaufen oder einen eigenen Facharbeiter mit Schlepper einsetzen – ist in Ernstroda noch nicht entschieden.

Freude über 70 PS

Auf einen Händlertermin Anfang März freuen sich auch schon die TZG-Mitarbeiter des Weideteams: Vier neue Kleinschlepper mit Leistungen zwischen 70 und 80 PS dürfen dann in Besitz genommen werden. Sie ersetzen vier, fast 30 Jahre alte Zetor-Maschinen, die noch zu DDR-Zeiten für die Straßennutzung ihre Zulassung erhielten. Der mit einem Frontlader ausgestattete Schlepper ist für die Mutterkuhabteilung reserviert. Zwei der drei anderen, die für das Weidemanagement der Jungrinder unerlässlich sind, sind zusätzlich mit einer Pumpe zum Befüllen der Wasserwagen ausgestattet. „Damit sind die letzten DDR-Schlepper, die bei uns auf der Straße unterwegs sind, Geschichte“, sagt Dirk Grigutsch.

Güllesaison beginnt

Freilich wurde bei der TZG in den letzten Tagen nicht „nur eingekauft“: Montag dieser Woche startete die (Biogas-)Gülledüngung auf dem Grünland, Dienstag ging es damit im Raps weiter. Dirk Grigutsch: „Es lief richtig gut, bis die Pumpe einen Fremdkörper reingezogen hat und sie beschädigt wurde. Das ist zwar zu reparieren, und wir haben auch keinen Druck bei der Gülle: Aber es ist schon sehr ärgerlich, wenn der Terra-Gator nach der Winterwartung gleich wieder in der Werkstatt steht.“     

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr