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  • 16.12.
  • 2015.16.12.

Landschaftspflege: Neue „Mitarbeiter“ bestehen Probejahr

Burenziegen © Frank Hartmann

Die Fleischrasse ist umgänglich und macht keinen „Unsinn“.

Ein verrücktes, aus betriebswirtschaftlicher Sicht bescheidenes Jahr geht zu Ende: Ertrag und Preis rissen beim Getreide wenig, die Futterente knapp zu nennen ist freundlich und über den Milchpreis mag man gar nicht reden. Dazu das Ungemach mit dem neuen GIS-basierten InVeKoS-Antragsverfahren. Dann trifft man Ronny Stein am TZG-Standort in Langenhain und der sagt: „Für unsere Abteilung war es ein richtig gutes Jahr“. Und das aus zweierlei Gründen.

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Tolle Zunahmen

Da wäre zunächst und hauptsächlich die Mutterkuhhaltung mit den 500 Tieren, die Stein mit zwei Kollegen organisiert. „Uns spielte das trockene Wetter in die Hände.“ Kaum Verluste und gute Abkalbe-Bedingungen zählt Ronny Stein als Beispiele auf. Die guten Bedingungen hielten ihn und sein Team auf Trab, denn eine Folge waren „sehr viele Abkalbungen in kurzer Zeit“. Die männlichen Absetzer kamen auf den Weiden in sechs Monaten auf über 300 kg. „Im Bereich um Tabarz bot das Grünland mehr Futter als drüben in Ernstroda“, was nicht hieße, dass die Trockenheit auf dieser Seite des Inselsberges überhaupt keine Spuren hinterlassen hätte. „Zum Teil weideten wir auf Schnittflächen, wo sich die Ernte nicht gelohnt hätte“, erklärt der Herdenmanager. Auch mit den Preisen – die Tiere gehen nahezu komplett in die TZG-eigene Direktvermarktung – gibt sich Stein zufrieden. Weil das Winterfutterlager für den Langenhainer Stall eben nicht überquillt, ist auch hier die Hilfe des Wettergottes willkommen. Denn die tragenden Färsen sind noch auf der Weide.

Was lange gärt…

Der zweite Grund für Steins positive Bilanz sind die neuen „Mitarbeiter“ seiner Abteilung: Eine kleine Ziegenherde, die im Laufe des Jahres auf 22 Tiere anwuchs. Der Gedanke, Ziegen für die Landschaftspflege anzuschaffen, habe in der TZG schon länger gegärt. Und das allen Warnungen zum Trotz, wonach die eigenwilligen Tiere nicht in Zaum zu halten wären. „Weder sind sie ausgebüchst noch haben sie bei Nachbarn Schäden angerichtet“, freut sich Stein. Der Auftrag der Herde lautet Heckenpflege, wo ein Maschineneinsatz an seine Grenzen stößt. Von diesen Landschaftselementen hat die TZG mehr als genug. Sie am Wuchern zu hindern, ist und bleibt eine Herausforderung, zumal dieses CC-Relevanz besitzt. „Vorteil ist, dass wir die Ziegen im Grunde ganzjährig einsetzen können, der Maschineneinsatz aber nur in den Wintermonaten bis Ende Februar zulässig ist.“ Die Ziegen seien gründlich. Und ja: „Man muss aufpassen. Und den Weidezaun so setzen, dass das Schälen von jungen Bäumen vermieden wird.“

Viehhänger als mobiler Stall

Ein älterer, aber neu aufgebauter Viehhänger, der sich beim Rindertransport als wenig praktikabel erwies, dient in der Saison als transportabler Ziegenstall. „Wir füttern ein wenig Heu und Gerstenschrot zu, das wir im Viehhänger anbieten. Die Tiere sind so an den Hänger gewöhnt: Das Umsetzen und der Transport ist somit problemlos.“ Angeschafft wurde zudem ein 1,20 hohes Weidenetz. Dass es Burenziegen wurden, die man samt den beiden Böcken aus verschiedenen CAE-freien Herdbuchbeständen erwarb, gründe auf persönlicher Sympathie für die Rasse und ihrer ruhigen Wesensart. „Natürlich spielt der Fleischtyp eine Rolle, um eventuell, in bescheidenen Umfang, auch mal Ziegenlammfleisch vermarkten zu können“, wagt Stein einen Blick nach vorn. Bei der Entwicklung der Herde setze man auf Qualität; sie soll als Zuchtherde geführt werden. Denn auch das weiß Stein nun: Ziegen zu kaufen, ist alles andere als einfach… 

Eine Stunde am Tag

Den Zeiteinsatz beziffert er mit etwa einer Stunde am Tag. Weil die Tiere nicht auf der Standweide gehalten werden, sind Würmer bisher kein Problem, gleichwohl präventiv entwurmt wird. Der Fachtierarzt des Ziegengesundheitsdienstes stellte den Tieren bereits ein gutes Zeugnis aus. „Alles in allem sind wir, die wir keine Ziegenspezialisten sind, mit der ersten Saison sehr zufrieden.“

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