• 2016
  • 10.03.
  • 2016.10.03.

Koppelbau: Litzen aus Stahl

© Frank Harmann

Ronny Stein und die beiden Weidewarte Rene Selk und Ralf Abel.

Wenn es die Witterung zulässt, will Ronny Stein in diesem Jahr mit dem Auftrieb der Mutterkuhherden zehn Tage früher als im Vorjahr beginnen – also Ende März/Anfang April. Bis dahin haben der Mutterkuh-Herdenmanager und sein Team noch ordentlich zu tun. „Bis zum letzten Februartag haben wir Landschaftselemente zurückgeschnitten.“ In dieser Woche wollte man mit dem Bluten des 600-köpfigen Bestandes beginnen. Sobald die Weiden abgetrocknet sind, geht es ans Abschleppen.

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Neues System

Gestartet ist der Koppelbau. „Wir haben uns für ein komplett neues System entschieden, weg von mobilen Litzen hin zu festen Stahldrähten.“ Nach und nach müssen in diesem Jahr die rund 600 ha Grünland des TZG-Betriebsteils für die zwölf Herden eingekoppelt werden. „Das ist viel Arbeit, und natürlich beginnen wir erst einmal nur mit den Startweiden.“ Im Laufe der Saison würden dann die Weidewarte peu à peu vorrücken. Die Weidesicherheit sei ohne Zweifel das erste Argument, obwohl die TZG-Fleischrinder nicht als „Ausbrecher“ bekannt sind. „Damit hatten wir noch nie Probleme“, versichert Ronny Stein. Umso mehr Gewicht besitzt das zweite Argument, eine bessere Arbeitswirtschaftlichkeit: „Wir versprechen uns deutlich weniger Arbeit davon, zumal die starken Stahldrähte fest installiert sind und mindestens fünf Jahre halten sollen.“ Mit fest installiert meint Stein, dass sie nicht mehr an- und abgebaut  werden müssen.


Training im Stall

 Zwischen den Spannpfosten aus Eichenholz, die je nach Geografie des Geländes im Abstand von 70 bis 130 m stehen, ist jeder der drei Drähte im Falle des Verschleißes austauschbar. Bis zu 400 Kilo soll die Konstruktion auf den Abschnitten halten. Das war mit ein Grund dafür, dass sich Stein für den 2,5 mm starken Strom führenden Draht entschied. „Die Erfahrung zeigt, dass es vor allem die Kälber mit ihrer Neugier sind, die einen Weg nach draußen suchen, wenn eine herkömmliche Litze mal reißt.“ Außerdem vertrete er die Ansicht, dass der Zaun auch optisch von den Rindern wahrgenommen werden sollte.

Wie in jedem Jahr trainiert das TZG-Mutterkuhteam zwei Wochen vor Weidebeginn die Elektrozaunsensibilität der Rinder. Dann werden in den Ställen zeitweise Abteile mit einem mobilen Weidezaun abgetrennt. Ronny Stein: „Dafür bin ich anfangs von meinen Kollegen belächelt worden. Aber der Erfolg hat mir recht gegeben.“

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