• 2013
  • 15.07.
  • 2013.15.07.

Kanada, Schweden, Ernstroda

Ulrike Wehrspohn hat vor dem Studium in Halle erst einmal einen größeren Umweg genommen. An der dortigen Uni will sie ab Oktober Agrarwissenschaften studieren. Bis zum Ende des zweiten Semesters muss sie jedoch ein sechsmonatiges Vor-Praktikum vorweisen. Nach einem Jahr in Kanada, wo sie die Schule besuchte und nachmittags auf einer Farm arbeitete, sowie einer landwirtschaftlichen Urlaubsvertretung in Schweden, ist sie nun in der TZG Ernstroda gelandet. „Wenn mir wenigstens ein Teil meiner Auslandsarbeit anerkannt würde, wäre das gut“, sagt sie. Durch den Einsatz in Ernstroda kommen aber auf alle Fälle noch ein paar Wochen hinzu.

Seit Juni ist die 20-Jährige im Betrieb. Vier Wochen in der Tierproduktion liegen bereits hinter ihr. Jetzt geht es im Pflanzenbau rund. Der zweite Schnitt läuft. Heute fährt sie Anwelksilage ab. „Den Traktorschein hatte ich gleich mit der Fahrerlaubnis fürs Auto gemacht“, sagt sie. Da war sie 17 und wusste schon, dass es nach dem Abi einmal in die landwirtschaftliche Richtung gehen würde. Zwar sammelte sie schon Erfahrung mit Landtechnik in Kanada und Schweden. „Das ist hier aber schon einige Nummern größer und war wie ein Sprung ins kalte Wasser“, erzählt sie. „Learning by doing“ lautet das Motto in Ernstroda. Nicht nur mit den Maschinen, sondern auch den vielen Flächen muss sie sich vertraut machen. Allein auf weiter Flur stand sie deshalb trotzdem nie. „Zurück gefunden habe ich immer, aber die Anfahrt ist oft schwierig, wenn man sich nicht auskennt. Da helfen die Kollegen.“ Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch habe ihr anfangs zudem viel gezeigt.

Mit TZG-Ausbildungsleiter Arnd Hölzer nahm sie zudem an der Flurfahrt des Kreisbauernverbandes Gotha teil. So konnte sie über den Tellerrand des Betriebes blicken.  Neue  Herausforderungen kommen zudem immer recht. „Ich bin ja hier, um etwas zu lernen“, sagt Ulrike Wehrspohn. So würde sie anstatt mit nur einem Anhänger irgendwann gerne auch mal mit zweien fahren. Auf die Ernte freut sie sich ebenso. Im August ist dann erst mal Urlaub angesagt. Arnd Hölzer hat schon angeboten, dass die junge Frau aus Wechmar im September wieder kommen und noch ein paar Wochen in der TZG dranhängen kann. „Gute junge Leute sind bei uns immer willkommen“, sagt er.

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