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  • 2012.21.09.

„Jetzt freue ich mich“

Ausgelassen und mit Stolz erfüllt: So kann man heute Sara Burkhardt in Ernstroda erleben. Hinter der 25-Jährigen liegt eine harte und erfolgreiche Woche. Am Dienstag musste sie an der Berufsakademie in Dresden ihre Bachelor-Arbeit verteidigen. Bereits für die Arbeit hatte die frisch gebackene Agrarmanagerin mit einer 1,2 eine Top-Note erhalten. Die Verteidigung lief wie am Schnürchen. Sara hatte sich richtig was einfallen lassen, bestätigt TZG-Ausbildungsleiter Arnd Hölzer, der als Gutachter mit von der Partie war. Mit drei großen Schautafeln hatte sie die Ergebnisse ihres vergleichenden Anbauversuches zu Sommerbraugerste mit dem Akra-Düngesystem vor den Prüfern auf den Punkt gebracht und der Prüfkommission keine andere Wahl gelassen, als eine 1,0 zu vergeben. 

 

Seit dem Frühjahr bearbeitete Sara dieses Thema für ihre Bachelorarbeit. Die Firma Kraner Düngerproduktion GmbH hatte entsprechende Versuche bei der TZG zu laufen. Die zwölf Wochen zur Anfertigung ihrer Abschlussarbeit habe sie auch voll in Anspruch nehmen müssen, erzählt Sara. Denn die Versuche und ihre finale Auswertung endeten schließlich erst mit dem Drusch Mitte August. Und aus Sicht der TZG und der betreuenden österreichischen Firma förderte Sara doch Erstaunliches zu Tage.

 

Unter Praxisbedingungen wurde ganz konventionell Sommergerste gedrillt und mit Stickstoff gedüngt. Daneben wurde mit Azoarcus (Stickstoffbakterien) geimpftes Sommergerstensaatgut gesät. Auf der einen Parzelle wurden diese Pflanzen mit der halben N-Menge gedüngt; auf der anderen unterließ man die N-Düngung ganz. Letztere Partien lagen beim Ertrag nur 1,25 dt/ha unter der betriebsüblichen, unbehandelten Sommergerste, die knapp unter 65 dt/ha brachte. Azoarcus mit der halben N-Menge war weit abgeschlagen. „Es liegt hier die Vermutung nahe, dass die Stickstoffgabe die Aktivität der Bakterien gehemmt hat“, lautet Saras These. In allen drei Fällen sei Braugerstenqualität erreicht worden. Für die Praxis bedeuteten die Versuche, dass das behandelte Saatgut ohne zusätzliche N-Gaben gute Ergebnisse bringt, das N-Saldo, und damit die Umwelt, entlastet, und der Technikeinsatz effizienter gestaltet werden kann. Zudem habe sich weniger Lager gezeigt, was Verluste minimiert und einen zügigen Drusch zulässt.

 

In der TZG will Sara Burkhardt, die am 1. Oktober die Position als stellvertretende Leiterin der Pflanzenproduktion einnimmt, die Versuche im kommenden Jahr wiederholen. Auch beim Winterweizen will man das neue Düngesystem erstmals ausprobieren, sagt Arnd Hölzer.

 

Sara, die nach ihrem Wirtschaftsabitur in Ernstroda eine Lehre absolvierte, zieht eine Woche vor der offiziellen Exmatrikulation in Dresden eine positive Bilanz des dreijährigen dualen Studienganges. Besonders hebt sie den vierteljährlichen Wechsel zwischen Studium und Praxis hervor. Ob sie noch einen Master-Abschluss macht, lässt sie offen. „Jetzt freue ich mich erst einmal und will arbeiten.“

 

 

 

 

 

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