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  • 10.11.
  • 2015.10.11.

Hochbetrieb beim Rinderabtrieb

© Birgitt Schunk

Mit Glocken ausgestattet steht die Ochsenherde am Dorfrand von Ernstroda.

Der milde Herbst hat noch einmal versöhnlich gestimmt. „Normalerweise haben wir bis Anfang November unsere Herden schon im Stall“, sagt Barbara Dierchen, die Abteilungsleiterin Tierproduktion der TZG Ernstroda. In diesem Jahr hingegen begann erst am 5. November der Abtrieb. „Die milden Temperaturen und den Aufwuchs konnten wir so noch nutzen.“ Dadurch hat sich die Futtersituation etwas entspannt. „Schließlich haben wir auf Grund der Trockenheit 50 Prozent weniger ins Silo bringen können.“ Und auch beim Stroh, das als Einstreu bei den Mutterkühen dient,  konnte durch die längere Weideperiode etwas gespart werden.

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Abtrieb nicht durch die Stadt


Von der Optik her haben die Jungrinder noch einmal  gut zugelegt. „Auch die Kondition scheint gut zu sein. Bevor es  in den Stall geht, wird jedes Tier gewogen“, sagt Dierchen. „Wenn alle durch sind, werden wir die genauen Zahlen auf dem Tisch haben.“ Vor dem Gang in den Stall  werden die Herden in drei Gruppen aufgeteilt: Trächtige Tiere, Färsen zum Besamen und all jene, denen noch etwas an Gewicht fehlt. Rund 1.250 Färsen - verteilt auf neun Herden - und an die 40 Trockensteher waren  den Sommer über auf der Weide. Bis um den 13. November  werden die Milchrinder am Standort Ernstroda unter dem Dach sein. Während zum Auftrieb die Tiere auf die Weiden gefahren wurden, geht es nun Schritt für Schritt retour. Lediglich die Schwarzbunten aus der Tabarzer Region werden gefahren. „Wir können mit den Tieren nicht durch die Stadt Friedrichroda laufen“, sagt Barbara Dierchen.

Mutterkühe und Ochsen


Am 6. November begann auch der Abtrieb der Mutterkühe. Insgesamt 450 Tiere standen mitsamt Nachzucht den Sommer über draußen. Sie werden den Winter über in der  Anlage in ihrem Stall in Langenhain verbringen. Und auch die Ochsenherde wartet noch auf das Ende der Sommerfrische.  Bis dahin werden noch einige Tage lang die Glocken, die die Tiere tragen, am Rande des Dorfes erklingen.

Gepflegte Güllebecken


Während der Weideabtrieb in vollem Gange ist, wurde auch an den Güllebehältern gearbeitet. Alle  fünf Jahre werden die Becken mit einem Fassungsvermögen von je 10.000 Kubikmetern im Wechsel entleert, gereinigt und mit einer neuen Abdichtungsschicht versehen. Obgleich eines der beiden Lager erst vor drei Jahren saniert worden war, gab es Handlungsbedarf. „Durch die Gärreste der Biogasanlage hatten wir immens hohe Ablagerungen, die nun entfernt werden mussten“, berichtet Geschäftsführer Andreas Umbreit. Eigens dafür wurde der Teleskoplader per Autokran ins Becken gehoben, um die Einträge für den Abtransport zusammenzuschieben. Kein leichtes Unterfangen. Schließlich war der Fahrer mit Atemschutz und Gaswarngerät im Einsatz.  Während das eine Becken nun ganz leer ist, soll die restliche Gülle aus dem zweiten 10.000-Kubikmeter-Lager noch in den kommenden Tagen ausgebracht werden. „Das haben wir sonst in dem Umfang nicht geschafft“, sagt Umbreit. Somit kann das Unternehmen mit Blick auf die Güllekapazitäten beruhigt in den Winter gehen. Immerhin fällt im Jahr rund 60.000 Kubikmeter Gülle an.

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