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Hier zu viel, dort zu wenig

TZG Bilanz 2013

TZG Bilanz 2013

Ziehen Bilanz und blicken nach vorn: Die TZG-Verantwortlichen Dr. Eberhard Dierchen und Arnd Hölzer.

Kälte, Schnee (bis zum 15. April), Nässe und Trockenheit: Von allem gab es 2013 zu viel, sagt TZG-Geschäftsführer Dr. Eberhard Dierchen. Versöhnlich stimmten gute Bedingungen beim Mähdrusch und der Herbstaussaat. Durchwachsen auch die Erträge: „Weizen mittel, Wintergerste sehr gut, Sommergerste enttäuschend, Raps gut“, fasst Dierchen schnell zusammen. Rapskontrakte sicherten der TZG sehr gute Preise. Beim Getreide hingegen waren sie mit dem Beginn der Ernte weniger erfreulich.

Viel Aufwand für wenig Futter

Rund ein Drittel weniger Grassilage vom Dauergrünland führt Dierchen auf den späten ersten Schnitt zurück, der zudem immer wieder durch Niederschlag unterbrochen wurde. Der Aufwand zur Bergung des Schnittgutes war groß; der Rohaschegehalt entsprechend hoch. Aufsichtsrat Arnd Hölzer ergänzt, dass es in der Folge mit der Ernte des zweiten Aufwuchses eng wurde, weil die Getreidemahd anstand und Trockenheit Spuren hinterließ. Dem Mais machte in seiner frühen Phase Staunässe, verbunden mit Kälte, zu schaffen. In seiner Entwicklung zurückgeworfen, beendeten zum Monatswechsel September/Oktober Nachtfröste sein Wachstum vollends. In den Maissilos der TZG findet sich im Vergleich zum Vorjahr rund ein Drittel weniger Grobfutter. „Und mit dem Zukauf sieht es schlecht aus“, sagt Dierchen.

Milchpreise nicht schlecht

Mit einem Jahresdurchschnittswert von 36 Cent je Kilogramm rechnet die TZG bei der Milch. Das wären vier Cent mehr als 2012. „Sicher, die Preise waren zum Ende hin nicht schlecht. Aber wir lassen uns nicht täuschen, nur weil es in einem Monat mal 41 Cent gab“, bremst Dierchen jeden Überschwang. Aktuell gebe der Preis wieder leicht nach. Was für die Kosten natürlich nicht gilt. Die steigen stetig. In der Jungrinderaufzucht und dem Färsenverkauf lief 2013 alles nach Plan. In der ersten Jahreshälfte freute man sich zudem über ansehnliche Schlachtviehpreise. Das gute Niveau konnte in den letzten Monaten leider nicht mehr gehalten werden.

Weniger Strom

Beim Energiegeschäft geht Dierchen davon aus, dass die TZG am Jahresende 2,3 MWh eingespeist haben wird. Das ist weniger als 2012. Als Grund nennt der Geschäftsführer die planmäßige Instandsetzung eines Fermenters. Das knappe Futterkontigent im Blick, sei man sparsam beim ohnehin geringen Einsatz der Maissilage als Ko-Substrat gewesen. Das wolle man im Übrigen bis zur nächsten Futterernte so halten.

Guter Schwung in der Direktvermarktung

Erfreulich verlief das Jahr in der Direktvermarktung. „Wir konnten den Umsatz absolut erhöhen, also nicht aufgrund höherer Preise, sondern mit Zugewinnen beim Absatz“, zeigt sich Arnd Hölzer mehr als zufrieden. Das sei ein schöner Erfolg. Und zwar auch, weil es die regionale Verankerung der TZG stärke.

Lange Liste der Investitionen

Listet man die 2013er Investitionen auf, lässt sich schnell erahnen, wie viel Geld die Ernstrodaer in die Hand nahmen: ein Schlepper, ein Schwader, ein Überladewagen, ein Schleppschlauchsystem, ein Verkaufsfahrzeug, ein Teleskoplader, ein Mutterkuhstall, Brunnensanierung, Fermentersanierung samt Notfackel, neues Kassensystem im Bauernladen, 30 ha Land. Und 2014 geht es weiter. Geplant sind bislang ein Häcksler, vier Weidetraktoren sowie die Bauernmarktmodernisierung. „Und wir beginnen, uns intensiv mit Ersatz- und Modernisierungsmaßnahmen für die Kuhställe zu beschäftigen“, kündigt Dierchen an.

Mindestlohn im Gespräch

Mit 100 Beschäftigten soll die Zahl der Mitarbeiter konstant bleiben. Ein Thema werde 2014 indes der Mindestlohn werden. „Wir wollen uns frühzeitig darauf einstellen, nicht erst 2015, wenn wir erstmals die Kürzung der Beihilfen zu spüren bekommen“, sagt Arnd Hölzer. Kaum ein TZG-Mitarbeiter verdiene heute zwar unter 8,50 € die Stunde. „Wir haben aber für etliche ein System aus Grundlohn und Leistungsanreiz etabliert.“ Also müsse man einen Weg finden, den Grundlohn anzupassen ohne allzu geringe Leistungsanreize zu setzen, die dann ihre Wirkung verfehlten.

Redebedarf bei Zweiter Säule

Spannend bleibe für die TZG die Frage, wie Thüringen im Zuge der GAP-Reform die Zweite Säule ausgestalten will. Über die ersten Details des neuen Kulturlandschaftsprogramms (KULAP), der Invest-Förderung und der Unterstützung für die benachteiligten Gebiete ist Eberhard Dierchen in dieser Woche im Erfurter Agrarministerium mit anderen Vertretern der „Wirtschafts- und Sozialpartner“ unterrichtet worden. Aus seiner Sicht besteht hier noch Redebedarf. Er weiß, dass die Zeit knapp ist, denn 2014 soll die Antragstellung für die neuen Programme anlaufen.

Der Nachwuchs leuchtet

Wünsche zum Wetter für das Jahr 2014 sind eine fromme Angelegenheit. Einen tatsächlichen Lichtblick wirft hingegen der Nachwuchs auf die TZG. Arnd Hölzer rechnet mit mindestens zwei Bewerbungen für die Landwirt-Ausbildung. Eine davon hat er schon auf dem Tisch liegen, die zweite ist bereits angekündigt.

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