• 2018
  • 15.10.
  • 2018.15.10.

Herbstaussaat braucht Regen

Traktor mit Drillanhänger auf Acker

Aussaat Wintergerste © Frank Hartmann

Wintergerste wird in dieser Saison in Ernstroda früh gedrillt

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Im Grunde sind die Bedingungen für die Herbstaussaat in diesem Jahr ideal, sagt TZG-Pflanzenbauleiter Dirk Grigutsch. Die Arbeiten gehen ohne Verzögerungen voran, zum Teil ist man in Ernstroda deutlich früher dran: „Ich will die Zeit jetzt nutzen, damit wir am Ende nicht noch böse Überraschungen erleben.“ Freilich: Der Morgentau allein reicht nicht. Daher muss es endlich wieder regnen.                     

Geringer Schädlingsdruck

Das Saatbett konnte auf den meisten Schlägen feinkrümlig bereitet werden. Der Winterraps kam ohne Flächenabstriche termingerecht in den Boden und ist überall gut aufgelaufen. „Zum Teil folgt der Raps auf Sommerbraugerste. Das ist zwar von der Stroheinarbeitung her eigentlich nicht optimal, gelang uns aber erstaunlich gut.“ Nach dem Grubber und der Scheibenegge folgte noch eine Saatbettkombi. Eine Herbizidanwendung erhielt der Winterraps bisher. Auf einzelnen Schlägen wurde Schneckenkorn ausgebracht. Der Rapserdfloh tritt zwar auf, der Fraßdruck ist aber noch gering.

Trockenhartes Vorgewende

„Das diesjährige Ertragsminus beim Winterraps, das sich um die 40 Prozent bewegt, hat richtig wehgetan“, gesteht Grigutsch. Ob und wie sich das magere Ergebnis auf das Düngeregime auswirken wird, lässt sich noch nicht konkret sagen. „Wir hatten beim Raps auf 37 Doppelzentner gedüngt.“ Aufwendig war die Bodenbearbeitung auf den abgeernteten Rapsschlägen: „Auf dem trockenharten Vorgewende setzten wir erstmals einen Bodenmeißel ein, den wir uns von einem Nachbarbetrieb borgen konnten.“

Wintergerste mit Brauqualität

Anfang dieser Woche begann die TZG mit dem Drillen der Wintergerste. „Wir setzen dabei erneut auf Winterbraugerste. Unsere komplette Ernte hatte Brauqualität, sodass wir keine Futtergerste vermarkten werden.“ Angesichts der Vorkontrakte für das Braugetreide und der sehr guten Futtergerstenpreise zur Ernte sei das zwar sehr ärgerlich, aber kein Drama, meint Grigutsch. Die trockenbedingten Ertragsausfälle über alle Getreidearten hinweg beziffert der TZG-Pflanzenbauleiter im Vergleich zum guten Vorjahr mit zehn Prozent. Die Qualitäten, etwa beim Winterweizen, waren sehr gut.

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Reserven beim Futter

Bei der Silomaisernte, die in der zweiten Septemberwoche startete, rechnet Grigutsch mit 1.000 t weniger als geplant. Weil noch 2.000 t Reserve aus dem sehr guten vorigen Maisjahr im Silo liegen, muss man sich in Ernstroda um das Futter und das Biogassubstrat nicht fürchten. „Wir haben beim Mais Glück gehabt. Der TS-Gehalt liegt zwischen 32 und 35 Prozent, was eine gute Silagequalität verspricht.“ Ähnlich verhält es sich bei den Grasaufwüchsen: Die Verluste beim zweiten und dritten Schnitt fangen Reserven aus dem Vorjahr auf. „Allerdings bereiten uns die Weiden aufgrund der Trockenheit viel Arbeit. Wir werden versuchen, alle Flächen zu mulchen. Dort, wo wir schon gemäht haben, sieht es ganz gut aus. Derzeit können wir hoffen, dass die Weiden grün in den Winter gehen.“

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