• 2014
  • 26.02.
  • 2014.26.02.

Gutes Wetter nutzen

© Birgitt Schunk

Absprache am Feldrand: Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch (l.) und Azubi Ricardo Mesch bereden zu Schichtbeginn Details der durchzuführenden organischen Düngung.

Zur Bildergalerie: Gutes Wetter nutzen

Seit fünf Uhr sitzt Ricardo Mesch schon auf dem TerraGator und bringt Gülle aus. Der Tag ist lang wie in der Erntezeit, obgleich es erst Ende Februar ist. „In der letzten Woche haben wir begonnen, die Gülle auszubringen“, sagt Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch. Die Flächen sind trocken, Frost ist nicht in Sicht – der Feldarbeit steht also nichts im Wege. Doch so richtig vorwärts kam man bislang nicht, die Maschine musste in die Werkstatt. Die Radialkolbenpumpe zur Gülleausbringung war defekt. „Das hat uns einige Tage Leerlauf   eingebracht“, so Grigutsch. Zwar stehe man nicht unter absolutem Druck. Im letzten Jahr wurde das Lager schließlich recht gut leer gemacht. „Aber wenn die Bedingungen passen und wir nicht können wie wir wollen, dann wird man schon ungeduldig. Wir müssen viel schaffen in diesen Tagen.“

Technisches Verständnis nötig

70.000 Kubikmeter Gülle wollen erst einmal ausgebracht sein. Seit Dienstagmittag nun läuft die Technik wieder. Azubi Ricardo sitzt auf dem TerraGator – seinem Lieblingsgefährt –und zieht seine Runden.  Letztes Jahr durfte er schon mal zum Probieren ran. Dieses Jahr aber fährt er endlich längere Zeit am Stück. Er mag die Maschine. „Das eigentliche Fahren kann man schnell“, sagt er.  In die technischen Möglichkeiten hineinzufinden, brauche es aber seine Zeit. „Es gibt eine ganze Menge an Feinheiten und Einstellungen, die man ausreizen kann.“ Er schätzt es, dass er hier gewissermaßen sein eigener Herr ist. „Man ist in keinen Komplex eingebunden und muss nicht wie in der Futter- oder Getreideernte auf die Kollegen und deren Technik achten“, sagt der Landwirt-Azubi. Alle paar Minuten wird neue Gülle nachgeliefert. In unmittelbarer Nähe der Milchviehanlage ist Nachschub schnell da, so wird Hektar um Hektar geschafft.

Auszeit von der Praxis

In der kommenden Woche muss sich Ricardo vom TerraGator erst einmal wieder verabschieden. Dann geht er zum Lehrgang und danach stehen zwei Wochen Schule an. Es geht mit Riesenschritten auf die Prüfungen im Sommer zu. Da gibt es auch keine Befreiung von den schulischen Pflichten zugunsten des Gülleeinsatzes, „denn wir wollen natürlich auch, dass unsere Leute einen guten Abschluss machen“, betont Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch. Er lässt die Gülle derzeit auf 80 Hektar Raps aufbringen. Er weiß, „dass andere dies bei der Kultur im Frühjahr nicht tun“. Doch der Raps sei noch bodennah, sodass er so gut wie keinen Schaden nehme. Das Herz der Pflanze sei  intakt – selbst dort, wo die breiten Reifen der Maschine drüber rollten.

Düngerkosten einsparen

Durch den organischen Dünger, der ohnehin im Betrieb anfällt,  will man die anorganische Gabe und somit Kosten sparen und das am Ende bei gleichem Ertrag. Vor zwei Jahren hat der Ackerbauchef damit begonnen, dies auf den Rapsflächen auszutesten. Auch im letzten Jahr ging man diesen Weg. „Das war zwar nicht ohne, denn der Raps stand damals weitaus höher“, sagt Grigutsch.  Leichte Schäden auf den Vorgewenden gab es zu verzeichnen. „Aber diese muss man immer wieder ins Verhältnis zu den Kosten setzen, die durch zusätzlichen  Mineraldüngereinsatz entstünden.“ Neues zu testen und Gutes mitzunehmen gilt als Philosophie im Feldbau der TZG. Eine gute Schule auch für den Nachwuchs wie Ricardo, der auf dem Terra-Gator sein Scherflein dazu beiträgt.

Birgitt Schunk

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr