• 2013
  • 08.02.
  • 2013.08.02.

Gewinnen und Halten

In dieser Woche waren die Erfahrungen der TZG Ernstroda gefragt: Es ging um die Nachwuchs-Gewinnung und die Mitarbeiter-Motivation, die Geschäftsführer Dr. Eberhard Dierchen als Thema eines Vortrags zu den Fachtagen gestellt bekam. Alljährlich organisieren im Februar das Landwirtschaftsamt Bad Salzungen und die KBV Eisenach/ Bad Salzungen und Gotha diese Vortragsreihe.

 

Die Ernstrodaer zählten diesmal zu den zwölf Landwirtschaftsbetrieben der Region, die als erfolgreiche Ausbilder ausgezeichnet wurden – beim Beruf Tierwirt war es zum ersten Mal der Fall. „Wir bildeten lange Zeit vor allem Landwirte aus“, sagte TZG-Geschäftsführer Dr. Eberhard Dierchen. Für deren gute Abschlüsse hatte der Betrieb schon öfters eine solche Anerkennung erfahren. Im vorigen Jahr schloss nun TZG-Tierwirt-Azubi Tino als bester des Jahrgangs im Amtsbereich die Lehre ab. Er wurde natürlich übernommen.

 

Die Mitarbeiter-Motivation sehen die Verantwortlichen in Ernstroda als besonders wichtig an, denn man will die jungen Leute nicht nur gewinnen, sondern auch halten. Das muss man auch, denn der Anteil der über 50-jährigen Mitarbeiter beträgt rund 40 Prozent. Dr. Eberhard Dierchen berichtete in seinem Vortrag über materielle Anreize und auch solche, die man nicht in Heller und Pfennig aufwiegen kann. So gibt es etwa Sondervergütungen für die langjährige Betriebszugehörigkeit, gute Abschlüsse oder Weihnachtsgeld. Wenn Mitarbeiter heiraten oder Kinder geboren werden, spendiert die Firma 250,00 Euro. Eine gute Ernteversorgung auf dem Feld oder Zusatzurlaub in Abhängigkeit von Betriebsjahren und Krankheitstagen gehören ebenso dazu. Und beim Silieren wird werktags zwar straff gearbeitet, der Sonntag aber gilt als „heilig“. Dann wird nicht gearbeitet: "Gerade die jungen Kollegen wollen auch mal frei haben und etwas unternehmen“, weiß Dierchen. Auch das motiviert, trotz des mitunter großen Zeitdrucks während der Saison. 

 

Dass zu jedem Fest geworben wird, schon Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten in den Betrieb geholt und Schnuppertage sowie Praktika angeboten werden, trage Früchte. Auch die „Tage der Berufe“, an denen Schüler der 7. und 8. Klassen mit ihren Eltern in das landwirtschaftliche Unternehmen kommen, will man nicht mehr missen. Aktuell und ansprechend sei auch der Internetauftritt. „Das ist wichtig, denn so machen wir uns auch für junge Bewerber aus den alten Bundesländern interessant“, sagte Dierchen in der Kulturscheune Gumpelstadt. Die ersten zwei Azubis sind längst da. „Insofern machen wir uns Gedanken, wie wir künftig eventuell Wohnraum anbieten können.“  Derzeit hat die TZG samt Tochterunternehmen neben den 100 Mitarbeitern neun Lehrlinge - sieben davon wollen Landwirt werden.

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr