• 2012
  • 14.09.
  • 2012.14.09.

Fernweh

Während seine zwei Azubi-Kollegen, die ebenso im August die Berufsausbildung in der TZG Ernstroda starteten, aus der nahen Region kommen, sind es für Kai 300 Kilometer bis nach Hause. Er stammt aus Oppenheim, am Oberrhein gelegen, wo sein Vater einen 300-Hektar-Ackerbau-Betrieb bewirtschaftet. „Eigentlich wollte ich nach der Schule für ein Praktikum nach Kanada“, erzählt Kai. Wie es aber so ist mit Eltern: Sie unterstützten den Wunsch grundsätzlich, brachten aber Argumente vor, die ihn dazu bewogen, erst eine Ausbildung zu machen.

 

Dass er ausgerechnet in Ernstroda landete, ist nur bedingt ein Zufall. Auf der Internet-Plattform eines landwirtschaftlichen Simulationsspiels stieß er auf zwei Mitspieler aus Thüringen. „Wir haben uns über Landwirtschaft und Technik ausgetauscht. Die großen Betriebe haben es mir dabei angetan“, erzählt der 17-Jährige. Nach einer Internetrecherche bewarb er sich gleich in mehreren Thüringer Betrieben und landete bei der TZG.

      

Sechs Wochen war Kai jetzt nicht daheim. Im Dorf hat er ein Zimmer gemietet. Zur TZG geht es täglich mit dem Fahrrad. Im Spätherbst, wenn er 18 wird, werde er sein erstes eigenes Auto besitzen, was die Distanz nach Hause deutlich verringern wird. Die Fahrerlaubnis hat Kai schon in der Tasche, den T-Schein sowieso. Somit konnte Kai nach den ersten vier Wochen im Stall bereits auf dem Bock sitzen, Stroh mit abfahren und in dieser Woche Silo walzen.

 

Die Grünfutterernte des dritten Schnittes konnten die Ernstrodaer in dieser Woche im Übrigen abschließen. Das letzte Stroh ist auch geborgen. Ab Montag geht es in den Mais. Es ist höchste Zeit, die Reife der frühen Sorten schreitet voran.

 

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