• 2018
  • 29.03.
  • 2018.29.03.

Exotische Helfer

© Frank Hartmann

Aus zwei Haltungen stammen die 16 neuen Tiere der TZG Ernstroda.

Noch lag in der vorigen Woche Schnee. Das hinderte Ronny Stein, der die TZG-Mutterkuhherden managt, nicht daran, die Tiere auf ihre Weidesaison vorzubereiten. So wurden die letzten Rinder geblutet, um ihre BHV1-Freiheit vom Labor bestätigen zu lassen. „Zeitgleich überprüfen wir im Fangstand die Ohrmarken auf ihre Unversehrtheit. An die 50 Stück werden wir nachbestellen müssen“, so Stein.

Für Problemstandorte

Herdenmanager Ronny Stein bereitet die Rinder auf die Weidesaison vor. © Frank HartmannAuf ihre erste Weidesaison im Tabarzer Betriebsteil bereitet Stein zudem die Neuzugänge in seiner Abteilung vor. 16 Wasserbüffel, in zwei verschiedenen Haltungen gezogen, erwarb die TZG. Darunter befinden sich ein Bulle und fünf Nachzuchten. „Wir wollen die Wasserbüffel nicht vermarkten, sondern in erster Linie in der Landschaftspflege einsetzen.“ Wenn es klappt, dürften die Jungtiere mindestens 20 Jahre ihren Job leisten. „Während unsere kleine Ziegenherde zur Landschaftspflege an Trockenstandorten zum Einsatz kommt, weiden künftig die Wasserbüffel auf feuchten, sumpfigen Standorten“, erläutert Stein.

Förderfähigkeit herstellen

Auf rund 20 ha summieren sich diese problematischen Dauergrünlandschläge, die zuletzt nicht mehr vollständig für die flächenbezogenen Zahlungen anerkannt werden konnten. „Das Fleckvieh macht einen breiten Bogen um die großflächigen feuchten Areale. Entsprechend sieht es aus. Es breiten sich Binsen, Seggen und Schilf aus.“ Daneben gibt es etwa eine feuchte Vogelschutzwiese, die im Interesse des Naturschutzes am besten ganzjährig und sehr extensiv zu beweiden ist. TZG-Aufsichtsratschef Arnd Hölzer, der das Flächenmanagement samt Pachtfragen und Antragstellung im Betrieb verantwortet, berichtet, dass man derweil in diversen Landesprogrammen zum tiergebundenen Vertragsnaturschutz nach unterstützenden Fördermöglichkeiten sucht, die nicht mit dem KULAP-Programm kollidieren. „Erstes Ziel bleibt natürlich, die komplette Beihilfefähigkeit für die Flächen wieder herzustellen.“

Führigkeit trainieren

BHV1-Check und Ohrmarkenkontrolle beim Fleckvieh gehört zur Frühjahrsroutine. © Frank HartmannIn drei kleine Herden hat Stein die Wasserbüffel geteilt. „Zum Teil müssen sie noch die Rangordnung klären. Bis auf ein Tier klappt das erstaunlich gut.“ Nach der relativ kurzen Zeit konnte er bereits die schnelle Fixierung auf ihren neuen „Hirten“ beobachten. Auch ein Training, worauf Stein schwört, muss noch absolviert werden. „Wir gewöhnen ja auch unsere Mutterkühe und ihren Nachwuchs vor jeder Weidesaison im Stall an die Elektrozäune.“ Bei den Wasserbüffeln stehe die Führigkeit im Fokus, damit sie mit dem Viehhänger zu ihren Weiden gefahren werden können. Stein gibt sich zuversichtlich, dass das klappt.

Bewährte Ziegen

Die einst von zwölf auf mittlerweile 50 Tiere angewachsene Ziegenherde will Stein als Landschaftspfleger nicht mehr missen. In diesem Jahr wird er sich, weil im einzigen und seit 2017 sehr problematischen Wolfsgebiet Thüringens liegend, mit den freistaatlich geförderten Herdenschutzmaßnahmen auseinandersetzen.

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr