• 2014
  • 10.01.
  • 2014.10.01.

Erst testen, dann kaufen

© Frank Hartmann

Das TZG-Futterteam improvisiert.

Bildergalerie: Erst testen, dann kaufen


Der Wert der Futterreserven trübt das ansonsten gar nicht so schlechte Geschäftsjahr 2013 bilanziell ein, sagt TZG-Geschäftsführer Dr. Eberhard Dierchen. Die Ernstrodaer Rinder kümmert das aber herzlich wenig. Die wollen fressen, egal ob die vergangene Futterernte schmal ausfiel. Planmäßig angegangen ist die TZG bereits ihr mittelfristiges Ziel, die Jungrinderaufzucht etwas zu drosseln. Die Tierzahlen will man der betrieblichen Futterkapazität anpassen. Die Rationen für die Kühe einzuschränken, käme Dierchen aber nicht in den Sinn. Gerade jetzt, wo der Milchpreis um einen Cent nachgibt.

 

Stroh gibt es genug

Stroh gibt es genug, und so finden die Jungrinder der TZG in diesen Tagen mehr davon auf ihrem Futtertisch als gewohnt. Und ja: sie mäkeln. Das Stroh ist zu lang. Was also tun? Das Futterteam scheut weder Kosten noch Mühen, seinen Tieren die Ration schmackhaft zu machen. Am Donnerstag stand ein neuer Strohhäcksler zum Zerkleinern auf dem Hof. Eingesetzt wird der eigentlich, um Einstreu im Stall zu verteilen. In der TZG steht der Anbauhäcksler in der Ecke eines Fahrsilos. Ein Bund Stroh wird aufgenommen, dabei per Hand das Band entfernt und ab geht die Post. Hiernach erfolgt die Vermischung mit der Silage auf dem Futterwagen. „Wenn das Stroh kurz genug sein sollte, die Kühe es annehmen, werden wir das Testgerät kaufen“, sagt Aufsichtsrat Arnd Hölzer. Jetzt heißt es also erst einmal ausprobieren.

 

Täglich 120 Füße pflegen

Von dieser Improvisation bekommen die Kollegen bei ihrem Tagwerk in den Ställen wenig mit. Klauenpfleger Marco Stötzer bedient routiniert sein Werkzeug am Klauenstand. Dabei ist er erst seit knapp sechs Monaten als Krankheitsvertretung für die Fußpflege von täglich etwa 30 Tieren bestellt. Eigentlich ist Stötzer Melker und Fütterer. Die TZG entsandte ihn zu zwei Lehrgängen nach Bad Hersfeld. Zudem hospitierte er bei den erfahrenen Kollegen in der Berlstedter Anlage der Erzeuger eG Neumark. Wenn es mal kompliziert wird, kann Stötzer den Tierarzt zu Rate ziehen, der täglich in Ernstroda ist. Die neue Aufgabe mache ihm jedenfalls Spaß, natürlich auch, weil er keine Schichten mehr schieben müsse.

 

Kälbermast für Direktvermarktung

Gerade mal ein halbes Jahr sind jetzt die Tierwirt-Azubis Leon und Paul in Ernstroda. Am Donnerstag konnte man sie im Repro- bzw. im Kälberstall treffen. Leon war damit beschäftigt, die Milchmastrinder zu füttern. Zweimal täglich bekommt das Dutzend Bullenkälber und Zwicken sein Futter. Sie werden drei bis vier Monate lang eigens für die TZG-Direktvermarktung ausschließlich mit Milch gemästet. Pro Woche wird ein Kalb geschlachtet, das dann ein Schlachtkörpergewicht von 100 kg auf die Waage bringt. Leons Kollege Paul hatte unterdessen im Futtermischraum des Kälberstalles zu tun. Über 400 Kälber gilt es ständig zu versorgen. Seit Dezember säuert man in der TZG mit einem Zusatz die Milch an, was die Verträglichkeit des Futters in der Umstellungsphase, den ersten drei Wochen, verbessern hilft. Dr. Eberhard Dierchen lobt die angesäuerte Milch, mit der man schon nach kurzer Zeit gute Erfolge erzielen würde.      

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr