• 2015
  • 28.07.
  • 2015.28.07.

Ernüchternde Erträge

© Birgit Schunk

Ackerbauchef Dirk Grigutsch misst die Kornfeuchte beim Roggen. Noch kann nicht gedroschen werden.

Am 11. Juli und somit eine Woche früher als sonst hatte auch in der TZG Ernstroda die Getreideernte 2015 begonnen. Innerhalb von drei Tagen wurden die 190 Hektar Wintergerste vom Halm geholt. Die Ergebnisse allerdings waren ernüchternd. „Hatten wir sonst im Durchschnitt 70 bis 75 Dezitonnen je Hektar, so sind es in diesem Jahr nur 65 Dezitonnen“, sagt Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch. Der schlechteste Standort brachte es gerade auf 29 Dezitonnen je Hektar. Die wochenlange Trockenheit im Frühjahr hat ihre Spuren hinterlassen. „Wir hatten neun Wochen keinen Regen“, erklärt Grigutsch.

 

Zwischenzeit genutzt

Die Tage zwischen dem Drusch der Wintergerste und dem Start der Mahd beim Raps und Weizen hat der Betrieb gut genutzt. 1 000 Bunde Stroh sind komplett geborgen, Stalldung wird ausgebracht und eingearbeitet. Die Gülleausbringung ist ebenso in vollem Gange. 20 000 Kubikmeter stehen schließlich bereit, die eingesetzt werden wollen. Durch die extreme Trockenheit konnte auf den Wiesen in den letzten Wochen so gut wie nichts ausgebracht werden.

Der Raps hat derzeit noch nicht die erforderlichen Prozente erreicht. Und auch die Roggenprobe erfordert noch ein wenig Geduld. Bei 22 Prozent Feuchte wird nicht gedroschen. „Wir müssen die Abreife abwarten“, sagt Grigutsch. „Wir haben schon geringere Erträge, da können wir uns Abzüge wegen der Trocknung erst recht nicht leisten.“ Noch sitzt den Landwirten die Zeit nicht im Nacken.

Auch beim Futter sieht es nicht rosig aus. 65 Prozent Ertrag gegenüber normalen Jahren brachte der erste Schnitt, beim zweiten waren es gar nur 40 Prozent. „Das war mehr ein Pflegeschnitt“, weiß der Pflanzenbauchef um den hohen Aufwand. Doch das Futter wird gebraucht im Betrieb. Um hier die Situation zu verbessern, probiert die TZG in diesem Jahr Neues aus. Ende Juni wurden noch mal Mais und Zwischenfrüchte auf einer 80 Hektar großen Fläche gelegt, die für Ganzpflanzensilage abgeerntet worden war.

 

Silomais hat gelitten

Und die Saat ist bereits gut aufgelaufen. Auch wenn die Zeit bis in den Herbst für die Kolbenausbildung nicht mehr reicht, hofft man trotzdem noch auf ein gutes Wachstum, um das Silo damit füllen zu können. Beim Raps wird es Einbußen wegen der Trockenheit geben und auch beim Weizen prognostiziert Grigutsch 10 bis 15 Dezitonnen je Hektar weniger. „Hier werden wir auch Probleme mit der Qualität bekommen“. Der Mais hat ebenso gelitten. Von den 250 Hektar stehen 100 Hektar derzeit nicht gerade optimal da.

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