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  • 2018.25.10.

Entwässerungssysteme orten - Handlen statt warten

Luftbilder vom Schlag

Auch mit Luftbildern verschiedener Jahrgänge des Landesamtes für Geoinformation, die die in Thüringen kostenfrei bereit gestellt werden, versucht die TZG und ihr Partner Apus Systems aus Dresden, Drainagen zu finden. Das gelingt mal mehr mal weniger gut. Foto: www.geoportal-th.de

Von Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre konzentrierte sich auf den Flächen, die heute die TZG Ernstroda bewirtschaftet, der Bau von Meliorationsanlagen. „Wir schätzen, dass 60 bis 80 Prozent unserer Flächen, vornehmlich Acker-, aber auch Grünland, mit Drainagen zur Entwässerung ausgestattet sind“, sagt Arnd Hölzer, der bei der TZG u. a. die Grundstücksfragen verantwortet.

 

Vernässte Areale

»Bild links: Aufgefundene Drainagen und ihre mutmaßliche Lage. Allein das System auf diesem Schlag summiert sich auf über 10 km Länge. Grafik: Apus


Seit knapp fünf Jahren ist die TZG dabei, das Entwässerungssystem zu orten. Denn: „Wir haben zwei Probleme: Zum einen haben wir seit 2005 vernässte Areale auf einzelnen Schlägen. Zum anderen kamen uns die Meliorationsunterlagen abhanden.“ Vor diesem Dilemma dürften viele Agrarbetriebe stehen. Weil die Drainagen nicht ewig halten werden, weiß Hölzer, dass ihre  Instandhaltung eine drängende Frage der Zukunft sein wird. Nicht von ungefähr hatte vor einigen Jahren Sara Burkhardt für ihre Bachelor-Arbeit dieses Thema wählen wollen. „Wir waren im Landwirtschaftsamt, im Landratsamt, im Thüringer Staatsarchiv und im Agrarministerium: Gefunden haben wir nichts mehr.“ Sara wählte letztlich ein anderes Thema. „Wir wissen, dass es zu DDR-Zeiten die Pläne in vielfacher Ausführung für die Betriebe selbst beziehungsweise die von ihnen beauftragten Meliorationsgenossenschaften sowie die zuständigen Behörden auf Kreis- und Bezirksebene gab. Die sind, wie eben bei uns im Betrieb, in den Nachwendejahren offensichtlich verloren gegangen“, sagt Hölzer.

 

Kleine Fortschritte

2013 suchte die TZG erstmals Kontakt zu den jungen Dresdner Spezialisten von Apus Systems, die mit Drohnen und Luftbildern Drainagen erkunden und die Daten in Reliefmodelle einarbeiten: „Es gab Schläge, wo dies ganz gut gelang und andere wiederum, wo die Ergebnisse weitere Untersuchungen erfordern. Der Aufwand, gerade der finanzielle, ist beträchtlich.“ Von einer flächendeckenden Überfliegung und Ortung der Drainagen ist man daher noch weit entfernt: „Bislang konzentrierten wir uns auf die Schläge, wo ad hoc ein Problem auftrat.“ Diesbezüglich verschaffte die diesjährige Trockenheit wieder etwas Luft. „Das ist aber nur ein kleiner Trost. Bekommen wir einen feuchten Winter, sieht es im Frühjahr schon wieder anders aus“, gibt Hölzer zu bedenken.

 

Alte Daten sichern

» Bild links: Instandsetzung eines defekten Sammlers auf einer TZG-Fläche. Foto: Frank Hartmann

Aktuell sieht man sich in Ernstroda mit einem weiteren Problem konfrontiert. „Es fehlen auf Drainagen spezialisierte Tiefbauunternehmen. Aktuell finden wir keine Fachfirma für eine notwendige Baumaßnahme an einem Schlag, der unmittelbar an eine Kiesgrube grenzt.“ Sowohl an Letzterem als auch an der sukzessiven Ortung wolle und müsse die TZG trotz der Widrigkeiten dranbleiben. Hölzer begrüßt, dass die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) verstärkt an dem Thema dran ist. So begleitet sie etwa ein Praxisvorhaben im Rahmen der Innovationspartnerschaft, das sich mit der Detektion von Drainagen beschäftigt. Bei der Datensuche, -sicherung bzw. -beschaffung (Meliorationskataster) hofft die TZG auf Unterstützung der zuständigen Thüringer Fachministerien.

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