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  • 2016.05.10.

Energiewende und Praxis

© Frank Hartmann

Am 8. Oktober lädt die TZG von 8 bis 14 Uhr zum Schlachtfest ein.

Bildergalerie: Energiewende und Praxis

Vor 13 Jahren ging die 490-kWBiogasanlage der TZG Ernstroda in Betrieb. Die zur Verwertung der Rindergülle konzipierte Anlage erzeugt seither Strom, der zu 100 % eingespeist wird, und Wärme, die die TZG für Warmwasser und Sanitärbereiche, Heizungssystem, Schlachthaus und Fleischerei benötigt. Seit diesem Frühjahr werden zudem für ein regionales forstliches Dienstleistungsunternehmen Holzhackschnitzel getrocknet.

Neue Membran

Man habe sicher auch Geld verdient mit der Biogasanlage, „mit ihr reich geworden sind wir aber nicht“, weiß TZG-Geschäftsführer Andreas Umbreit. Unterhaltung, Betriebsenergie der Anlage, (vorzeitiger) Verschleiß und Instandhaltung summierten sich zu nicht zu unterschätzenden Folgekosten der einstigen Großinvestition. Erst in der vorigen Woche musste planmäßig eine Gasspeichermembran ausgetauscht werden. Bei der Gelegenheit wurde das Rührwerk des Fermenters gleich miterneuert.

Technik und Geld

Nachdem die TZG den nicht einfachen Entschluss für das Ende der Milchproduktion getroffen hat, mache man sich natürlich über die Zukunft der Biogasanlage Gedanken. Das betreffe aktuelle technische und grundsätzlich die betriebswirtschaftlichen Fragen. Letzteres, da redet Umbreit mit Blick auf das novellierte EEG nicht um den heißen Brei herum, „geht auf das Konto der Politik“.

Vorrübergehend Improvisieren

Zwar könne man in den nächsten Monaten noch gut improvisieren. Dennoch rücke der Tag näher, an dem über Investitionen im sechsstelligen Bereich entschieden werden muss. „Wenn deutlich weniger Gülle zur Verfügung steht, müssen der Festmist- und Silomaisanteil entsprechend steigen“, beschreibt Umbreit die Situation. Der Dosierer, über den bislang nur wenige Siloreste zugeführt werden mussten, besitze nicht die Leistungsfähigkeit, die der veränderte Substratmix verlangt. Und eine Hydrolysegrube steht nicht zur Verfügung.

Aufwendiges Fachrecht

Improvisieren heißt momentan, dass in die rechteckige Vorgrube, die mit einem Rührwerk zum Homogenisieren ausgestattet ist, permanent kleine Substratmengen über einen ausgemusterten Futtermischwagen zugeführt werden – statt mit einer ordentlichen Radladerschaufel mal eben 1,5 t Feststoffe zuzugeben. „Das funktioniert zwar erstaunlich gut, kann aber kein Dauerzustand sein“, so Umbreit. Eine professionelle Hydrolysegrube wäre die interessantere Lösung. Aber: In der Praxis bedeute dies einen hohen bau- und immissionsschutzrechtlichen Aufwand, der nicht vertretbar sei.

Rechnen, ob es lohnt

Daher käme nur ein neuer Dosierer infrage. „Wir werden dafür eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen. Und dann sehen wir, ob sich Biogas für unseren Betrieb unter dem neuen EEG und seinen Vergütungsregeln für Bestandsanlagen rechnet.“ Hätte die Politik eine klare Perspektive für landwirtschaftliche Biomasseanlagen ausgegeben, würde die TZG, so versichert es Umbreit, nicht lange nachdenken müssen.

Schlachtfest

Die TZG Ernstroda lädt am 8. Oktober zu ihrem traditionellen Schlachtfest auf das Gelände ihres Bauernmarktes. Von 8 bis 14 Uhr wird frisch Geschlachtetes einschließlich Wurstbrühe angeboten. Es gibt Produktverkostungen, Rostbratwurst, erstmals einen Ochsen am Spieß sowie Bier der Brauerei Schmiedeknecht. Schauzerlegung, Tierschau samt Streichelzoo und Traktorfahrten für Kinder fehlen ebenso wenig wie ein bunter Markt oder der Verkauf von Einkellerungskartoffeln der Goldbacher Berufskollegen. 8 bis 14 Uhr, TZG-Bauernmarkt, Zur Aue 1, 99894 Friedrichroda/OT Ernstroda

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