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Düngeverordnung – Risiken und Nebenwirkungen

Bodenbohrung Foto: Frank Hartmann

Die ersten Bodenproben zog die TZG Mitte Februar. Die Ergebnisse geben Grund zur Gelassenheit

Ende Februar bzw. Anfang März sollte der Raps seine erste N-Gabe erhalten. „Wir werden dafür Piamon-Dünger verwenden“, sagt TZG-Pflanzenbauleiter Dirk Grigutsch. Eine organische Gabe, was in der Vergangenheit durchaus Praxis war, komme für ihn nicht in Betracht. Denn dafür müssten die Bestände besser entwickelt sein. Anders als etliche Kollegen hat Grigutsch die Wahl, weil die Güllelager-Kapazitäten der TZG kein Problem darstellen.

N-Saldo im Lot

Vor zweieinhalb Wochen nahm die TZG auf den ersten 350 ha Winterraps und Wintergerste Proben zur N-min-Bestimmung. „Zum Ansatz meiner Düngebedarfsplanung muss ich keine Korrekturen vornehmen.“ Der Raps wird auf einen Ertrag zwischen 37 bis 40 dt/ha gedüngt, was dem dreijährigen

Mittel entspricht. Die N-Salden auf den beprobten Schlägen bewegen sich zwischen 15 und 23 kg. Die Phosphorwerte stellten, wie schon in den vergangenen Jahren, kein Problem dar. „Bislang haben wir durch die neue Düngeverordnung also keine Einschränkungen zu erwarten“, resümiert Grigutsch. Zugute käme der TZG, dass sie in den Jahren 2016 und 2017 relativ hohe Erträge ernten konnte. „Beim Raps hatten wir ja 2015 einen Ertragseinbruch, sodass ich zur Berechnung des Dreijahreswertes das Jahr 2014 einbeziehen konnte.“

 Erstmals Winterbraugerste

 Gleichwohl es im Düngeregime der Wintergerste keine Einschränkungen gibt, werde sie in dieser Saison auf einem Großteil der Anbaufläche verhaltener gedüngt. „Wir hatten uns im Herbst für den Anbau von Winterbraugerste entschieden, die kontraktiert ist.“ Den geringeren Ertrag will die TZG mit höheren Preisen mehr als ausgleichen. Grigutsch rechnet damit, dass infolge der relativ guten Sommerbraugerstenpreise des Vorjahres und der in vielen Regionen schwierigen Bedingungen zur Herbstaussaat deutlich mehr Sommergerste im Feld stehen wird. „Dies kann man auch an den derzeitigen Saatgutpreisen ablesen.“

Eine Menge Papier

 Die administrativen Vorschriften der neuen Düngeverordnung werfen Grigutsch zufolge schon bei einfachen Vergleichen ihre Schatten voraus: „Hatte ich bislang an die drei DIN A4-Blätter zur Düngedokumentation, sind es jetzt gefühlte 30.“ Zum Glück muss er das nicht allein bewältigen. Einen Teil dieser Aufgaben erledigt der Pflanzenbauberater des Jenaer Büros, das der TZG seit vielen Jahren zur Seite steht. Dazu gehört auch das Einpflegen der aktuellen Daten in das Bilanzierungs- und Empfehlungssystem Düngung, kurz BESyD. „Das Programm ist schon sehr umfangreich und das Einpflegen der Grunddaten aufwendig. Gut finde ich aber die schöne Bündelung der Daten zu einem Schlag.“ Für den „Alltagsgebrauch“ werde er wohl mit einem anderen Programm arbeiten. Sehr wohl nutzen werde die TZG das BESyD aber für den Dokumentationsnachweis.

Maximale Effizienz

Das Thema Nitrifikations- bzw. Ureasehemmer wird in der TZG in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Bei der Gülledüngung zum Mais ist es längst gängige Praxis. „Die neue Düngeverordnung verlangt uns ein maximales Düngeregime ab. Wenn ich mit meinen Erträgen mal abrutsche, schwingt jetzt immer die Gefahr mit, dass ich in den Folgejahren auf einem niedrigen Niveau verharre.“ Und was Grigutsch noch umtreibt: „Die Düngeverordnung kommt einem wie ein Programm zum Ausstieg aus der Tierproduktion vor: Ohne die Milchproduktion haben wir auf unserem Grünlandstandort jetzt eine Super-N-Bilanz. Das ist doch eigentlich Wahnsinn.“

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