• 2013
  • 01.06.
  • 2013.01.06.

Die Lage ist ernst...

„Herr Grigutsch, wo kann man denn heute die Azubis finden?“ Der TZG-Pflanzenbauchef ist „not amused“. Ricardo und Theresa sind auf Abruf daheim, Kai und Till haben nach Kurzeinsätzen frei bekommen. Dabei sind sie fest in der Futterernte eingeplant. „Vom ersten Schnitt ist lediglich ein Viertel geborgen, unter normalen Umständen hätten wir jetzt 80 Prozent im Silo“, beschreibt Dirk Grigutsch den enormen Verzug. Die zweite Woche regnet es. Bis zum Sonnabend sind neue, unwetterartige Niederschläge vorhergesagt. Da können zu den 150 mm Niederschlag (17. bis 30. Mai) locker noch einmal 50 dazukommen. „Sollten wir die Futterernte kommende Woche fortsetzen können, wird es personell eng, weil dann nämlich alle Azubis in der Berufsschule sind“. Abfahren, Zetten, Siloverdichten – das sind in Ernstroda typische Azubijobs.

 

Obwohl es regnete, ließ Grigutsch zu Wochenbeginn wieder einige Flächen mähen. Das sei zwar „irre“, angesichts der Lage aber unumgänglich: „Jede Möglichkeit, die sich zum Häckseln bietet, müssen wir nutzen.“ Am Dienstag trocknete es ganz gut ab, sodass nach dem Zetten von 15 bis 22 Uhr gehäckselt werden konnte. „Wir haben dabei in Kauf genommen, dass die Grasnarbe zum Teil arg gelitten hat“, beschreibt der TZG-Pflanzenbauchef die schwierigen Bodenverhältnisse. Stellenweise ist das Grünland total aufgeweicht. Der Trockenmassegehalt lag mit 30 bis 32 % zwar nicht im Optimum, sei aber vertretbar. Seit Mittwoch geht nun wieder nichts mehr.  

   

Im Feldbau drückt die Zeit nicht minder. Donnerstag konnte auf den Sommergerstenschlägen und dem zweiten Grünlandaufwuchs gedüngt werden. Freilich nur auf den Flächen, die befahrbar waren. Darum belud Mitarbeiter Lutz Herbst den erst im letzten Herbst neu angeschafften Güstrow-Streuer (GDK 7.000) nur knapp zur Hälfte. „Bei der Sommergerste ist es höchste Zeit für die Stickstoffgabe“, sagt Dirk Grigutsch, der 200 kg/ha Piamon berechnet hat. Im Weizen stünden Maßnahmen gegen Septoria und Mehltau auf dem Plan. Das Regenwetter macht aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung. „Die Kollegen zeigen hier hohen Einsatz. Denn sobald wir, und sei es auch nur stundenweise, in die Bestände fahren können, rücken die Kollegen, die auf Abruf daheim warten, zu jeder Zeit an.“ Beim Mais, der in Ernstroda größtenteils gut aufgelaufen ist, schwankt Grigutsch noch: „Die Staunässe schwächt die jungen Pflanzen. Gleichzeitig sprießt das Unkraut. Die Frage lautet: Wann beginnen wir mit der Herbizidbehandlung?“

 

Froh ist der Pflanzenbauchef, dass die TZG im vorigen Herbst begonnen hatte, erste Gräben wieder in Schuss zu bringen, was eigentlich Aufgabe der Gemeinde ist. Denn jetzt zeigt sich, dass die Flächen unter den Niederschlägen weniger leiden, das Wasser abläuft. „Das führen wir in diesem Jahr auch weiter. Zuerst natürlich an den geplanten Maisschlägen. Im Herbst bleibt uns da genügend Zeit, ohne Rücksicht auf das Vorgewende nehmen zu müssen.“ Die Entwässerung ist 2013 ohnehin ein Thema für die TZG. Knapp 100 ha sollen in diesem Jahr mit einer Drohne überflogen werden, um „versteckte“ Dränagen ausfindig machen und im Anschluss gegebenenfalls reparieren zu können.

 

 

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