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  • 2018.15.08.

Bei Kleinigkeiten großzügig

© Frank Hartmann

Preisverleihung am Bauernmarkt in Ernstroda mit (v.l.) Thüringens Umweltministerin Siegesmund, Andreas Umbreit, Silvia Lützelberger, TBV-Präsdent Dr. Klaus Wagner und Abteilungsleiter Peter Ritschel.

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Der erstmals in Thüringen vergebene Preis „Natura 2000-Landwirt 2018“ ist der TZG Ernstroda GmbH und der Familienschäferei Silvia Lützelberger (Eisfeld) zuerkannt worden. Zur feierlichen Übergabe war Umweltministerin Anja Siegesmund nach Ernstroda gekommen. Gemeinsam ausgewählt wurden die beiden Preisträger vom BUND Thüringen, dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), dem NABU Thüringen und dem Thüringer Bauernverband (TBV). Zuvor hatten die elf in Thüringen installierten regionalen „Natura 2000-Stationen“ (www.natura2000-thueringen.de), die unter anderem an der Entwicklung bzw. Umsetzung der FFH-Managementpläne mitwirken, mehr als ein Dutzend preiswürdige Landwirtschaftsbetriebe vorgeschlagen.

Freiwilliger Flächenverzicht

So hatte die TZG Ernstroda der Anlage eines Laichgewässers für den Kammmolch und weiterer Amphibien in einem FFH-Gebiet zugestimmt. Auf dieser Grünlandfläche nimmt die TZG den teilweisen Verlust von Produktionsfläche in Kauf und hat nunmehr auch einen höheren Abstimmungsbedarf mit dem Landwirtschaftsamt. Gelobt wurde darüber hinaus die Pflege zahlreicher, zum Teil sehr kleinteiliger Feucht- und Bergwiesen- sowie seltener Borstgrasrasenflächen. Erwähnung fand eine seit 15 Jahren dauernde Ausgleichsmaßnahme mit angepasster Bewirtschaftung zum Erhalt von Ackerwildkräutern. Und nicht zuletzt wurde der Einsatz von Ziegen und nunmehr auch Wasserbüffeln genannt, um gegen die Verbuschung auf Grenzertragsstandorten vorzugehen.

Gesellschaft muss honorieren

TZG-Geschäftsführer Andreas Umbreit stellte heraus, dass sich der Betrieb bei „Kleinigkeiten immer großzügig“ zeigen werde. Allerdings könnten Wünsche und Ansprüche an die Landwirte nicht stetig steigen und immerfort für „null“ erfüllt werden: „Die Gesellschaft muss dies honorieren“, so Umbreit. Er mahnte zudem einen sachlichen Umgang mit dem Begriff des „Großbetriebes“ an. Alle Festredner, einschließlich der Umweltministerin, bekräftigten in der TZG-Bauernscheune, dass das kooperative Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz notwendig und möglich sei.

Gesunde Betriebe

Peter Ritschel, Abteilungsleiter im Agrarministerium, wollte nicht vergessen wissen, dass es wirtschaftlich erfolgreiche Landwirtschaftsbetriebe braucht, damit diese sich ein Naturschutzengagement leisten können.

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