• 2013
  • 05.04.
  • 2013.05.04.

„Arbeiten nicht verlernt“

„Es ist gut, wieder täglich zu Hause zu sein“, sagt Tom. Und in der TZG. Es komme ihm wie „Erholung für den Kopf“ vor. Nach fünf Monaten an der Fachschule für Agrarwirtschaft in Stadtroda habe er es aber „auch nicht verlernt“, das Arbeiten, stellt der junge Facharbeiter klar.


Sein zweites Winterschulhalbjahr war offenbar kein Kuraufenthalt. „Ich habe in Stadtroda in diesem Semester konzentrierter gelernt als noch im ersten“, sagt Tom. Anspruchsvoll genug ist die Technikerausbildung. Deutsch, Pflanzenbau, Bodenkunde, Tierwirtschaft, Betriebswirtschaft, Recht und Fachenglisch - Tom zählt die Fächer auf, die ihn seit Oktober beschäftigt haben. Daneben startete im Herbst der Weizen-Cup, wo er im Team mit einem Fachschul-Kumpel von der Agrar eG Gönnatal angetreten ist. Führte die Fachschulexkursion 2012 ins Elsass, steht in diesem Mai noch eine Fahrt in die Schweiz auf dem Programm. „Dafür nehme ich Urlaub“, nennt Tom die Bedingungen. Das sei selbstverständlich, ergänzt Ausbildungsleiter Arnd Hölzer.


Vier Jahre dauert die Ausbildung in der Winterschulvariante, die Tom gleich nach seiner Landwirt-Ausbildung in Ernstroda begonnen hat. „Ich hatte überlegt, den Meister zu machen. Dafür muss man aber mehr Praxis vorweisen, was mir zu lange gedauert hätte“, erklärt er den Deal, den er mit der TZG geschlossen hat. Sein Betrieb fördert die Qualifizierung mit einem monatlichen Ausbildungsgehalt, das freilich unter dem normalen Facharbeiterlohn liegt. Tom sagt, dass er auskommt, zumal er während der Schulzeit im Internat wohnt. „Jeden Tag 200 Kilometer zu fahren, ist mir zu teuer.“ Für knapp 150 Euro wohnt er im Internat in einem Einzelzimmer. Küche und Bad teilt er sich mit Mitschülern.


In Ernstroda zieht Tom unter anderem die Sechs-Meter-Väderstad-Drille. Die Verantwortung übernimmt er gern. Ihm kommt der lange Winter entgegen, weil die 60 ha Sommergerste so doch noch sein Geschäft sein werden. „Eigentlich sollte die Drille die 60 Hektar machen und dann in die Werkstatt gehen“, sagt Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch, der schon vor vier Wochen die Sorte Grace im Boden sehen wollte. Nach der Fachschulzeit ist es nun Toms erster Job, Verschleißteile wie Schare und Scheiben zu wechseln.


Wann es endlich auf das Feld geht, war heute noch nicht absehbar. "Wenn die Wetterprognosen zutreffen und ab Mitte nächster Woche endlich der Frühling einkehrt, können wir eventuell am nächsten Wochenende mit dem Drillen beginnen", sagte Arnd Hölzer am Freitagnachmittag.

 

Themen: Ernstroda, tom
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