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  • 2015.07.10.

Alt, aber bezahlt

Fest © Frank Hartmann

Am Ortseingang von Ernstroda ist der Hinweis nicht zu übersehen.

Bildergalerie: Alt, aber bezahlt

Während etliche Berufskollegen ihre Milchkuhbestände aufgestockt haben bzw. planen aufzustocken, geht man bei der TZG Ernstroda den entgegengesetzten Weg, sagt die verantwortliche Abteilungsleiterin Barbara Dierchen. Nicht zuletzt der aktuell völlig indiskutable Milchpreis ist ein Grund dafür, den Kuhbestand durch eine gezielte Selektion für die gesteckten züchterischen Ziele fit zu machen. Wurden Anfang des Jahres noch 650 Kühe gemolken, sind es derzeit 580.

Mehr Platz

Für die Milchproduktion der TZG habe die behutsame Bestandsreduzierung natürlich Konsequenzen. Sowohl für die Jungrinder als auch die Kühe wird sich das Platzangebot vergrößern. „Wir tun damit einiges, um den Kuhkomfort zu verbessern und hoffen, dass uns die Tiere dies in Form hoher und stabiler Milchleistung danken werden“, blick Barbara Dierchen nach vorne. Ein Stallneubau komme für die TZG vorerst nicht infrage – in Zeiten des niedrigen Milchpreises laute die Devise: ein älterer Stall zwar, aber bezahlt.

Der Anfang des Jahres durch das betriebseigene Bauteam begonnene Austausch der Liegematten steht kurz vor dem Abschluss. „Wir wollen außerdem noch vor dem Winter unseren Abkalbebereich umbauen und modernisieren“, kündigt Herdenmanagerin Angelika Hütter an. Geplant ist zudem, die tragenden Färsen eher in den Kuhstall zu holen, damit sie sich mit mehr Zeit leichter in die Herde integrieren können. Zur Optimierung der Liegeboxenpflege wurde eigens eine Einstreu- und Reinigungsmaschine (Jydland) angeschafft, die die Spalten und Liegeboxen reinigt und diese gleichzeitig mit einem Kalk/Stroh-Gemischt einstreut.

Nische Weidemast

Versuch macht klug auch in anderen Bereichen: Erstmals stehen in diesem Jahr 30 Ochsen zur Mast auf der Weide: „Wir werden sehen, ob die Kunden unserer Direktvermarktung Interesse zeigen“, lässt Barbara Dierchen eine Etablierung der Nische offen. Bedingt durch die ausgeprägte Trockenheit sind die Mengen Anwelk- und Maissilage in diesem Jahr nicht befriedigend, sodass bei der Fütterung neue Weichen gestellt werden müssen. „Auf die Futterknappheit in diesem Jahr haben wir zügig reagiert und substituieren Anwelksilage in der TMR zum Teil durch Biertreber und gehäckseltes Stroh“, so Dierchen. Von zwei Betrieben konnte die TZG Grassilage zukaufen. Auf einigen Grünlandflächen gab es einen dritten, wenn auch dünnen Schnitt. Auf 80 ha wurde Weizen-GPS gemacht, um die fehlende Anwelksilage zu ersetzen. Diese Flächen wurde Anfang Juli mit Mais bestellt, der Dank der zu diesem Zeitpunkt einsetzenden Niederschlägen zügig aufgelaufen ist. Der Grünmais hatte eine Höhe von 1,60 m, als in der vorigen Woche der erste Nachtfrost sein Wachstum beendete. In diesen Tagen stand das Häckseln an. „Mit dieser Silage sind wir sehr variabel – können sie entweder bei den Färsen oder der Biogasanlage einsetzen.“, erklärt Marcus Kalenborn, einer der beiden Geschäftsführer der TZG.

Herbstfest am 10. Oktober

Für das Marketing der TZG bleibt auch noch Zeit, und zwar an diesem Sonnabend (10. Oktober) mit dem Herbst- und Schlachtfest auf dem Bauernmarktgelände in Ernstroda. Angeboten werden u.a. frische hausgeschlachtete Spezialitäten. Daneben erwartet Besucher ein Programm, das von der Schauzerlegung über den Hufbeschlag bis zu stündlichen Technikvorführungen inklusive Mitfahrgelegenheit reicht.

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