• 2018
  • 10.10.
  • 2018.10.10.

Trockenheit fordert weiteren Tribut

Tracktor mit Drilltechnik auf dem Feld

Roggen drillen © Wolfgang Herklotz

Auf dem „Kesselschlag“ am Rande von Mittenwalde wird Roggen gedrillt

Routiniert lenkt Marvin Schäfer den Schlepper mit angehängter Drilltechnik über den staubigen Boden. Für den jungen Landwirt, der im Vorjahr seine Ausbildung in der Agrargenossenschaft beendet hat, ist es die zweite Herbstbestellung und insofern keine Bewährungsprobe mehr. Neu für ihn ist aber die Drillmaschine, die sich der Betrieb vor Kurzem angeschafft hat. Sie hat eine Arbeitsbreite von neun Metern, somit drei Meter mehr als das Vorgängermodell. „Damit haben wir an Schlagkraft ordentlich zulegen können“, betont Vorstand Heiko Weiß und schmunzelt. „Marvin sitzt den Kollegen förmlich im Nacken, die mit Pflug und Grubber unterwegs sind, um vorher das Saatbett zu bereiten.“

Raps braucht Wärmestunden

Trotz moderner Technik ist das Drillen angesichts der ausgemergelten Boden eine große Herausforderung. Es gelingt nicht durchgehend, Saatgut in der erforderlichen Tiefe von zwei bis drei Zentimetern abzulegen. Mal rutschen die Körner auf vier Zentimeter ab, mal liegen sie obenauf. Was bei wassergesättigten Böden nicht so schnell passieren kann.

Bislang ist die Gerste auf 358 ha im Boden, nach dem Roggen (660 ha) wird der Weizen folgen. Bis zum 1. November soll die Herbstbestellung abgeschlossen sein. Diesem Vorhaben dürfte nichts im Wege stehen, Sorgen bereitet den Mittenwaldern jedoch die immer noch anhaltende Trockenheit. Seit Anfang des Jahres sind lediglich 273 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen, im Oktober waren es nur zwei. Besonders gelitten hat der auf 320 ha gedrillte Raps, der zum Teil deutliche Trockenschäden aufweist. Selbst wenn es in den kommenden Tagen regnen sollte, dürfte der Niederschlag kaum noch etwas bewirken. „Raps braucht Wärmestunden, die im Herbst immer rarer werden.“

Alternative Futterroggen?

Wie Vorstand Weiß versichert, werde man die Bestände in den nächsten Tagen verstärkt beobachten. „Notfalls müssen wir besonders betroffene Flächen umbrechen, um dort dann Futterroggen anzubauen. Aber das tun wir nur ungern, weil das mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.“

» Bild links: Reichlich zu tun gibt es auch beim Sortieren der Kartoffeln. © Wolfgang Herklotz

Aktuell läuft in der Agrargenossenschaft das Finale der Kartoffelernte. Auf 30 ha werden die retlichen Stärkeknollen geborgen, auf 10 bis 15 ha Speisekartoffeln, die für den Frischverkauf vorgesehen sind. Witterungsbedingt mussten die Mittenwalder, wie bereits berichtet, Ertragseinbußen von bis zu 30 % hinnehmen. Die Freude am Feiern ließen sie sich aber nicht nehmen. Am Freitag vergangener Woche lud die Geschäftsführung zum alljährlichen Erntedankfest ein, diesmal bei spätsommerlichem Wetter auf einer Fläche unweit des „Kesselschlags“. Heiko Weiß: „Es liegen harte Wochen hinter uns allen!“                                                                        

comments powered by Disqus

ANZEIGE

Termine

Keine Veranstaltungen
Zu Ihrer Auswahl konnten leider keine Veranstaltungen gefunden werden.

ANZEIGE

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr