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Märkische Agrargenossenschaft Mittenwalde – Bestandsvisite im Raps

Raps ohne Raupenfraß ...

fanden Heiko Weiß, Uwe Günther und Tobias Lemm (v. l.) auf dem Schlag in Mittenwalde vor. Foto: Wolfgang Herklotz

Zum Anfang dieser Woche  waren immer noch nicht alle Kartoffeln geborgen, die hier  auf rund 300 ha angebaut werden. Ein großer Teil der Schläge konnte lange Zeit nicht befahren werden.  Die Regenfälle brachten zudem den Zeitplan für die Herbstbestellung durcheinander. So konnte Raps auf dem 31 ha großen Schlag bei Schenkendorf erst am 7. September gedrillt werden. Wie hat sich die Ölfrucht seitdem entwickelt? Dies wurde bei einer Bestandsvisite am Freitag vergangener Woche erörtert, zu der Vorstand Heiko Weiss eingeladen hatte. Vor Ort waren Tracy Michael, Pflanzenschutzverantwortliche, und Tobias Lemm, Leiter des Pflanzenbaus in der Genossenschaft, sowie Uwe Günther, Verkaufsberater von Limagrain Deutschland. Das Unternehmen beliefert Mittenwalde mit Saatgut für Raps, aber auch Gerste und Mais. 

Raupen mögen frische Blätter

« Erfolgreich behandelt wurde der Schlag bei Schenkendorf, links Tracy Michael. Foto Wolfgang Herklotz


Wie Tracy Michael berichtet, hatte der Schlag zunächst große Sorgen bereitet. „Besonders die Randbereiche waren stark von Raupen der Blattrübsenwespe befallen.“ Diese sorgte für beträchtliche Fraßschäden, ganz im Gegensatz zur anderen Seite des Schwarzen Weges. Dort war ebenfalls Raps gedrillt worden, allerdings deutlich eher. „Die Raupen mögen frische, süße Blätter, deshalb haben sie den älteren Bestand gemieden“, erklärt Uwe Günther.

­« Der Vegetationskegel der Rapspflanze deutet auf eine gute Verzweigung hin. Foto: Wolfgang Herklotz

Er bescheinigt jedoch auch dem geschädigten Schlag, der deutliche Lücken  aufweist, eine positive Entwicklung, nachdem dieser mit einem Insektizid behandelt wurde. „Der Raps kann sich gut verzweigen und noch von der milden Witterung profitieren.“ Zum Beweis entnimmt der Diplom-Agraringenieur, der den Betrieb seit vielen Jahren betreut, eine Pflanze und zeigt auf den Vegetationskegel, der zahlreiche Zweigansätze aufweist.

Optimaler Zeitpunkt

In gutem Zustand präsentiert sich ebenso der zweite Rapsschlag am Ortausgang von Mittenwalde Richtung Ragow. Hier war die Ölfrucht am 16. August in den  Boden gekommen, berichtet Tobias Lemm.  „Ein optimaler Zeitpunkt, aber auch der Tatsache geschuldet, dass wir die Vorfrucht Gerste hier zügig ernten konnten.“  Ein wenig erleichtert zeigt sich Heiko Weiss. „Wir haben die Chance, mit dem Raps auf insgesamt 450 Hektar ordentlich über den Winter zu kommen, aber eine Garantie gibt es dafür nicht.“ Im Vorjahr waren die Bestände durch die Trockenheit ungleichmäßig aufgelaufen, im Frühjahr musste der Raps auf 100 ha umgebrochen werden. Teilweise standen weniger als zehn brauchbare Pflanzen pro Quadratmeter. Vorstand Weiß räumt ein, dass der Zeitverzug bei der Herbstbestellung  im Getreide ebenso Probleme bereiten könnte.  „Wir haben erst in der vergangenen Woche Roggen und Weizen auf den letzten Hektar drillen können. Es wird spannend, wie die Kulturen  mit der Witterung klarkommen.“

Großes Sortenspektrum

Um die Risiken zu minimieren, setzen die Landwirte aus Mittenwalde auf ein großes Sortenspektrum. Vielfalt wird ohnehin groß geschrieben in dem  Betrieb, der rund 65 Mitarbeiter hat und neben der  Milchviehhaltung noch die Vermarktung von Kartoffeln und Zwiebeln betreibt. Auf dem Anbauplan stehen nicht nur Getreide, Mais und Speise- sowie Stärkekartoffeln, sondern auch Lupinen, Ölrettich und Sonnenblumen. Überdies gehört die Agrargenossenschaft zu jenen Betrieben im Land, die Gras und Getreide vermehren.

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