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Kartoffeln kommen gut, Getreide macht Sorgen

© Wolfgang Herklotz

Oliver Scholtyschek auf einem Kartoffelschlag bei Mittenwalde.

Oliver Scholtyschek, Leiter der Kartoffelproduktion: „Aber das fiel von Ort zu Ort sehr unterschiedlich aus. In Mittenwalde waren es zehn Millimeter pro Quadratzentimeter, in Brusendorf dagegen 30 Millimeter.“ Die Knollen, im Betrieb auf rund 300 ha in diesem Jahr angebaut, sind bisher gut mit der Witterung zurecht-gekommen. Bevor die Pflanzen in die Blühphase kamen, konnten sie noch von der Mutterknolle zehren, erklärt der Fachmann. Bislang war nur zweimal eine Beregnungsgabe von jeweils 20 Litern pro Quadratmeter auf den Flächen erforderlich, die nur wenig Regen abbekommen haben. „Natürlich hoffen wir, dass Petrus jetzt den Wasserhahn ordentlich aufdreht“, meint Scholtyschek und schmunzelt.

Nur kleine Körner

Zwar kann die Genossenschaft etwa die Hälfte ihrer Kartoffelfläche beregnen, doch sind Gratisgaben der Natur weitaus günstiger. Beim Getreide dürften sie indes zu spät kommen. Die Gerste auf rund 400 ha ist notreif und muss in diesen Tagen vom Halm, rund 10 bis 15 Tage früher als üblich. Die Mittenwalder rechnen mit minderen Erträgen (ca. 30 %) und Qualitäten. Kritisch ist ebenso die Bestandsentwicklung bei der Hauptkultur Roggen, der auf 675 ha steht. „Ob wir an die üblichen mehr als 50 Doppelzentner pro Hektar rankommen, ist mehr als fraglich. Fest steht aber, dass wir nicht die Fallzahlen erreichen, um den Roggen als Brotgetreide vermarkten zu können.“ Auch der Weizen  dürfte kaum A-Qualität erreichen. Ein Schlag am Rand von Mittenwalde hat besonders unter der Trockenheit gelitten, die Ähren weisen nur wenige, noch dazu kleine Körner aus. Lediglich der Hafer auf rund 53 ha hat eine sehr gute Entwicklung genommen. Scholtyschek erklärt das mit der frühzeitigen, unmittelbaren  Bestellung nach den letzten Frösten. So konnte der Hafer noch viel Feuchtigkeit aufnehmen und gut bestocken. Rund drei Viertel der Fläche ist für die Vermehrung vorgesehen. Hingegen stehen beim Mais und weiteren Kulturen massive Auflaufprobleme zu Buche.

Zweiter Schnitt fiel aus

Als regelrechtes „Trauerspiel“ bezeichnet Scholtyschek die Situation auf dem Grünland. Der zweite Schnitt, der eigentlich vor zwei Wochen fällig gewesen wäre, fiel aus. „Es ist kein Untergras gewachsen, das dürftige Zeug können wir unseren  Milchkühen nicht anbieten. Vielleicht haben wir in zwei, drei Wochen noch eine Chance auf einigermaßen Aufwuchs.“

Verhalten sind die Mittenwalder bislang mit Pflanzenschutzmitteln umgegangen. Es gab Mitte Mai lediglich eine Fungizidbehandlung im Getreide, ebenso in den Kartoffeln. In den nächsten Tagen ist dort eine zweite Maßnahme vorgesehen, kombiniert mit einer Blattdüngung. Scholtyschek geht davon aus, dass in diesem Jahr die Krautfäule kaum eine Rolle spielen wird, Alternaria dafür umso mehr. „Schimmelpilze können wir nicht gebrauchen!“

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