• 2018
  • 05.09.
  • 2018.05.09.

Kartoffelernte "Sehr durchwachsen"

© Wolfgang Herklotz

Oliver Scholtyschek und Heiko Weiß begutachten die frisch geernteten Knollen.

Bildergalerie: Kartoffelernte "sehr durchwachsen"


Eingeschränkt die Sicht für den Fahrer und Abfahrer, erschwert die Bedingungen auch für die Frauen, die die Knollen an Ort und Stelle sortieren. Sie tragen Mundschutz, um so wenig Staubpartikel wie möglich einzuatmen.  Seit Ende August läuft die Kartoffelernte in der Agrargenossenschaft Mittenwalde auf vollen Touren. Oliver Scholtyschek, Leiter dieses Bereichs, rechnet aber mit „eher durchwachsenen“ Ergebnissen. „Die Knollen sind von der Größe her in Ordnung, doch  uns fehlen 20 bis 30 Prozent vom üblichen Ertrag.“ Zwar konnten die Mittenwalder speziell für ihre Speisekartoffeln Beregnungstechnik einsetzen. Doch auch die aus Brunnen und Gräben gespeiste Bewässerung kam unter den extrem heißen Tagen schnell an ihre Grenzen. Die immensen Unterschiede zwischen Außen- und Wassertemperatur hatten eine Schockwirkung für die Pflanzen, zudem war die Verdunstung sehr hoch. Die Kartoffeln stellten früher als sonst ihr Wachstum ein, hinzu kamen Qualitätsprobleme, so Fraßschäden durch Mäuse. Scholtyschek gibt sich zwar zuversichtlich, dass die mit dem Handel vereinbarten Partien geliefert werden können. „Aber bei den Stärkekartoffeln werden wir kräftige Abstriche machen müssen. Das steht jetzt schon fest, obwohl wir mit dem Roden noch gar nicht begonnen haben.“

Niederschlagsdefizit trotz Zusatzberegnung

Scholtyschek war jüngst zum Kartoffelfeldtag nach Oehna gereist, wo verschiedene Sorten und insbesondere jene präsentiert wurden, die sich für Trockenstandorte besser eignen. Doch trotz intensiver Beregnung ließen auch dort die Ertragszuwächse zu wünschen übrig, musste der Mittenwalder feststellen. „Wir bauen ja schon solche Sorten wie die Soraya an, um uns auf die extremen Witterungsbedingungen einzustellen. Aber wir können  nur einen Teil des Niederschlagsdefizites durch Zusatzberegnung ausgleichen, mehr ist nicht drin.“

Die Trockenheit hat auch dem Mais ordentlich zugesetzt. Die Erträge sind „unter aller Kanone“, schätzt Vorstand Heiko Weiß ein. Die Kolben hatten nur wenige Körner ausgebildet, lediglich 160 Doppelzentner konnten pro Hektar geerntet werden. Erschwerend kommt der nach wie vor fehlende Aufwuchs auf dem Grünland hinzu, an einen dritten Schnitt ist derzeit nicht zu denken. Die Versorgung der Milchkühe ist nicht in Gefahr, weil die Mittenwalder noch Maisreserven aus dem Vorjahr haben. „Aber wir können schon noch Anwelksilage gut gebrauchen“, meint Weiß.

Raps in wenigen Tagen gedrillt

Trotz Verzögerung ist nun die Rapsaussaat auf rund 320 ha  im Boden. Es handelt sich um jene Flächen, die noch etwas Feuchtigkeit abbekommen haben. Dank der neuen Universaldrillmaschine  Horsch Pronto mit neun Metern Arbeitsbreite war das Drillen nach wenigen Tagen schon abgeschlossen. „Die Investition in schlagkräftige Technik hat sich gelohnt“, erklärt Heiko Weiß. Zufrieden ist er ebenso mit den Ergebnissen der Zwiebelernte. Die auf 15 ha angebaute Sonderkultur punktete mit einem Ertrag von 360 dt/ha bei sehr guter Qualität. „Ein Trost in diesen  schwierigen Zeiten.“ Aktuell wird in der Mittenwalder Genossenschaft der Boden für die Aussaat der Wintergerste bereitet. Zugleich werden die abgeernteten Maisschläge gemulcht, um dem Maiszünsler keine Nahrung zu bieten.

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