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  • 2018.07.02.

Jede Menge Windbruch

© Wolfgang Herklotz

Mit der Kettensäge im Einsatz ist das Mittenwalder Feldbauteam.

Bildergalerie: Jede Menge Windbruch


Seit Wochen schon sind Thomas Birkholz und seine Kollegen mit der Kettensäge im Einsatz. Sie zerteilen umgefallene Bäume, räumen die großflächig auf den Feldern verteilten Äste und Zweige an den Rand. Auch an diesem sonnigen Februartag haben sie ordentlich zu tun, diesmal auf einem Rapsschlag in der Gemarkung Groß Kienitz. Der Windschutzstreifen an der Längsseite ist arg ramponiert, viele Pappeln haben ihre Kronen und Äste verloren. Hat hier das jüngste Sturmtief „Friederike“ gewütet? Nein, stellt Heiko Weiß, Vorstand der Genossenschaft, richtig. „Wir haben zwar auch Windböen bekommen, aber die waren nicht so verheerend wie der Sturm ´Herwart` Ende Oktober vergangenen Jahres. Wir haben noch eine Weile zu tun, um den ganzen Windbruch zu beseitigen.“ Mit genauen Zahlen, die das Schadensausmaß dokumentieren, kann  Weiß noch nicht dienen. „Aber fest steht, dass ein Teil unserer Ackerkulturen Schaden genommen hat und zusätzliche Kosten für das Beräumen aufgelaufen sind.“ In der kommenden Woche wird eine zweite Gruppe zum Einsatz kommen und von anderen Arbeiten freigestellt werden müssen.
 

Ausbringen der Gülle verschoben

Arg ramponierter Windschutzstreifen © Wolfgang herklotzUrsprünglich hatten die Mittenwalder geplant, ab dem 1. Februar Gülle ausbringen zu lassen. Das war so mit dem Dienstleistungsunternehmen Osters & Voss verabredet, das über schlagkräftige Technik verfügt. Doch angesichts der vielerorts  stark wassergesättigten Böden entschied man sich, das Ganze noch einmal um eine Woche zu verschieben. „Es gibt sicher eine ganze Reihe von befahrbaren Flächen, aber das Risiko ist uns zu hoch, den Boden zu beschädigen.“ Den Druck zum schnellen Handeln wie andere Betriebe mit randvollen Güllelagern hat die Agrargenossenschaft derzeit nicht. „Wir haben noch genug Puffer, um die Gülle aus der Milchviehanlage zu lagern. Aber wir möchten das auch nicht bis zum Letzten ausreizen“, so Weiß. Er räumt ein, dass die Umsetzung der neuen Düngeverordnung ein Kapitel für sich ist. Probleme würden weniger die stark befristeten Ausbringzeiten auf dem Acker und dem Grünland bereiten, sondern der hohe bürokratische Aufwand. Für jeden Schlag muss eine genaue Düngebedarfsermittlung vorliegen. „In unserem Falle sind es mehr als 220 Schläge. Eine reine Fleißarbeit, zumal noch  die verschiedenen Umrechnungsfaktoren für Stickstoff und Phosphor zu berücksichtigen sind.“

Verordnung beschäftigt „ganze Völkerstämme“

Thomas Birkholz (l.) und Oliver Scholtyschek, verantwortlich für den Kartoffelanbau © Wolfgang HerklotzMitte Januar hatte es dazu eine vom Bauernverband organisierte Schulung gegeben. Die brachte viele nützliche Hinweise, trug aber nicht dazu bei, das Urteil des Vorstands zu revidieren. „Es  werden ganze Völkerstämme beschäftigt, um dieser neuen Verordnung zu entsprechen.“ Immerhin haben die Mittenwalder jetzt ein Programm zusätzlich herunterladen können, das nun mit betriebsspezifischen Daten gefüttert wird. „Ich bin gespannt, was dabei herauskommt“, betont Heiko Weiß.

Intensiv wird jetzt in Mittenwalde auch  die Zeit genutzt, um die Bodenbearbeitungstechnik auf Vordermann zu bringen. Heiko Weiß: „Wenn alles gut läuft, könnten wir Ende Februar schon die ersten Vorbereitungen für die Sommerungen treffen und uns dann an die Wiesenpflege machen. Schaun wir mal!“

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