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  • 2018.21.11.

Futterroggen statt Raps

Oliver Scholtyschek begutachtet den Futterroggen

Oliver Scholtyschek ©Wolfgang Herklotz

Kurze Bestandsvisite: Oliver Scholtyschek begutachtet den Futterroggen

Doch nach der langen Trockenheit im Sommer warteten die Mittenwalder vergeblich auch auf Niederschläge im Herbst. „Die paar Tropfen reichten nicht aus, um für einen einigermaßen vernünftigen Aufgang der Pflanzen zu sorgen", erklärt Heiko Weiß, Vorstand der Märkischen Agrargenossenschaft Mittenwalde. An manchen Stellen konnten nur sieben bis neun Pflanzen pro Quadratmeter ausgemacht werden, üblich sind 30 bis 45 Pflanzen pro Quadratmeter, an anderen Stellen war die Ausbeute gleich Null. „Deshalb haben wir uns entschlossen, diese Flächen umzubrechen und dafür Futterroggen anzubauen. Das fiel uns nicht leicht, aber wir hatten keine andere Wahl!"

Enormer Aufwand, hohe Kosten

Zunächst schien es, als ob die drastische Maßnahme Mitte Oktober auf 54 ha begrenzt werden könnte. Doch bald zeigte sich, dass auch andere Rapsflächen  in Mitleidenschaft gezogen waren und sich nicht mehr erholen konnten. So mussten dann weitere Flächen mit einem Gesamtumfang von 140 ha umgepflügt werden. Was mit enormem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden war, weil ja neues Saatgut bestellt werden musste. Als vergebliche Mühe hatte sich zudem das Ausbringen einer ersten Insektizidspritzung im Raps herausgestellt. „Durch erweiterte Dienstleistungen wie Mulchen und Pflügen versuchen wir die durch die extremen Witterungsverhältnisse entstandenen Schäden zu kompensieren, erläutert Weiß. 

Nach dem Drillen leicht angewalzt

Der nun neu in den Anbauplan aufgenommene Futterroggen hat sich zumindest auf der Fläche bei Brusendorf ordentlich entwickelt. Davon überzeugt sich Oliver Scholtyschek Anfang dieser Woche bei einer kurzen Bestandsvisite. "Die Wurzeln sind schon gut ausgebildet. Es war sinnvoll, dass wir den Futterroggen nach dem Drillen noch einmal leicht angewalzt haben, um für Bodenschluss zu sorgen", sagt der Pflanzenbauleiter Nach der diesjährigen Wettermisere wollen die Mittenwalder ihren Futteranbau aufstocken, um Reserven für die Versorgung der Milchkühe zu haben.

Gülle rasch ausgebracht

Für Aufregung unter Anwohnern hatte unlängst das Ausbringen der Gülle gesorgt. Um diese Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen, war ein Dienstleister mit schlagkräftiger Technik beauftragt worden, Heiko Weiß: „Der Dünger wurde bodennah mit Schleppschläuchen injiziert, trotzdem haben sich Leute mit empfindlichen Nasen beschwert. Es ist immer wieder ärgerlich, wenn unsere Arbeit so wenig Verständnis findet.“

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