• 2018
  • 18.04.
  • 2018.18.04.

Aufschub beim Kartoffellegen

© Sabine Rübensaat

Prüfender Blick von Oliver Scholtyschek. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt den schnellkeimenden Sorten.

Die Wetterprognosen vorab verhießen günstige Bedingungen. Doch dann setzte Regen ein, so dass sich ein Einsatz der Legemaschine verbat. „Das ist ärgerlich, aber alles andere als ein Problem“, versichert Heiko Weiss, Vorstand der Märkischen Agrargenossenschaft e.G. Mittenwalde. „In der Regel starten wir bereits Anfang April in die Saison. Aber durch die reichlichen Niederschläge im Frühjahr sind wir mit der Bodenbearbeitung etwas in Rückstand geraten. Außerdem war es noch zu kalt für die Knollen, vom vergangenen Wochenende mal abgesehen. Doch wenn wir in den nächsten Tagen loslegen können, liegen wir noch im Zeitplan.“

16 verschiedene Sorten

Auf dem Betriebsgelände in Mittenwalde ist schon alles auf den Einsatz vorbereitet. Hier lagern rund 580 t Saatkartoffeln. Es handelt sich um 16 verschiedene Sorten von Speise-, aber auch Stärkekartoffeln, die die Genossenschaft von den Firmen Norika, Solana und Europlant bezieht. Um die in zumeist in Ostdeutschland und Niedersachsen gezogenen Knollen wohlbehalten in den Boden zu bringen, müssen sie vorher gut durchlüftet und bei möglichst konstanten, niedrigen Temperaturen gelagert werden. „Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 70 bis 80 Prozent, der Sollwert bei maximal 12 Grad Celsius“, verrät  Oliver Scholtyschek. Die eingebaute Lüftungstechnik in der zusätzlich gedämmten Halle  wird per Computer gesteuert, aber ausschließlich darauf verlassen möchte sich der Leiter der Kartoffelproduktion nicht. „Ich muss mir selbst immer regelmäßig ein Bild machen und vor allem dann darauf achten, dass die schnell keimenden Sorten wie Soraja und Gala zuerst in den Boden kommen.“

Feinkrümeliges Saatbett

Dazu braucht es  ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett. Nachdem sich die Mittenwalder eine Zeitlang der konservierenden Bodenbearbeitung verschrieben hatten, kommt nun wieder der Pflug zum Einsatz, um Unkräutern wie Melde, Knöterich & Co. verlässlich den Garaus zu machen. Das Legen selbst übernimmt seit Jahren das in Vetschau ansässige  Lohnunternehmen Kulick & Teichert. Es verfügt über die vierreihige „All-in-one“-Technik, bei der die Kartoffeln in exakter Tiefe sowie festem Abstand abgelegt werden und anschließend gleich der Damm angehäufelt wird. Täglich können so die Knollen auf bis zu 20 Hektar ausgebracht werden. Nach rund 20 Tagen ist das Legen dann abgeschlossen, berichtet Scholtyschek.

Beregnung muss sein

Die Mittenwalder Agrargenossenschaft, die nicht von ungefähr ein Kartoffelmännchen als Logo im Firmensymbol führt, baut die Kultur auf rund 232 ha an. Die Flächen rotieren, der Umfang  bleibt annährend konstant. Voraussetzung dafür ist aber immer die Möglichkeit der Beregnung, um stabile Erträge zu sichern. Bei den Speisekartoffeln konnten im vergangenen Jahr 415 dt/ha geerntet werden. Neben dieser Kultur steht in den nächsten Tagen  an, Sonnenblumen auf 107 ha und Zwiebeln auf 15 Hektar zu bestellen. Lupine (75 ha), Hafer (53 ha), Sommerraps (10 ha) und Ölrettich (10 ha) sind inzwischen gedrillt, auf dem Plan stehen weiterhin die Bodenbearbeitung für den Mais,  der auf 172 ha gelegt wird. Wie Vorstand Weiss berichtet, ist er mit den Antragsunterlagen für die Agrarförderung gut vorangekommen. „Den Termin 15. Mai werden wir vermutlich um eine halbe Woche unterbieten.“ Ärgerlich sei jedoch, dass sich Brüssel immer wieder etwas Neues einfallen lasse. „Nun wird der Pflanzenschutz bei Eiweißpflanzen komplett verboten, anderenfalls wird das als Greening-Maßnahme nicht mehr anerkannt. So etwas bringt doch unseren Anbauplan komplett durcheinander!“

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