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  • 2018.03.01.

Anbauplan wird etwas anders aussehen

© Wolfgang Herklotz

Was steht unterm Strich? Dieser Frage geht Buchhalterin Martina Heym, hier mit Vorstand Heiko Weiß, bei der Jahresabrechnung nach.

Zwischen Weihnacht und Neujahr sei die Gelegenheit, Dinge zu erledigen, die bei der tagtäglichen Hektik zu kurz kamen: Post erledigen, Termine planen, Absprachen treffen. „Vor allem hat man dann die nötige Muße, um das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen.“

Kahlfröste, Trockenheit und Starkregen

Das an Wetterkapriolen reiche 2017 war für die Mittenwalder mit Einbußen verbunden. Nicht nur der Starkregen im Sommer ließ große Erwartungen sprichwörtlich ins Wasser fallen. Bereits die Herbstaussaat im Vorjahr bereitete Verdruss, weil es zu diesem Zeitpunkt zu trocken war. Hinzu kamen Kahlfröste im Frühjahr. So fielen denn die Erträge beim Getreide unterdurchschnittlich aus: Der Roggen stand mit durchschnittlich 25 dt/ha zu Buche, der Weizen und die Gerste mit jeweils 37 beziehungsweise 44 dt/ha. Von der regenreichen Witterung profitieren konnten die Kartoffeln, wenn auch unterschiedlich. Bei den Speiseknollen konnten 415 dt/ha vom Acker geholt werden, was überaus erfreulich war. Die Stärkekartoffeln  dagegen brachten es nur auf 260 dt/ha. „Das Wasser stand hier förmlich zwischen den Dämmen und lief nicht mehr ab, viele Knollen sind verfault“, berichtet Weiß.

 

Mehr Sommertriticale, Lupinen und Sonnenblumen.

Diese und weitere Ergebnisse fließen in die Jahresabrechnung ein, an der  derzeit noch Buchhalterin Martina Heym arbeitet. Was dann unterm Strich steht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen, so Heiko Weiß. „Fest steht aber: Wir hatten schon bessere Jahre.“ Konsequenzen für die Beschäftigung der Mitarbeiter sind damit nicht verbunden, allerdings wird der Anbauplan in diesem Jahr etwas anders aussehen. Dies resultiert schon daraus, dass die erst spät abgeernteten Kartoffelschläge nicht mehr bestellt werden konnten. Darauf wird dann Sommertriticale gedrillt, sobald die Böden dies wieder zulassen. Ausgedehnt wird der Anbau von Sommertriticale, Sonnenblumen und Lupinen auf 160 ha.

Düngeverordnung bereitet Sorgen

Heiko Weiß verschweigt auch nicht, dass die Umsetzung der neuen Düngeverordnung Sorgen bereitet. Als Problem erweist sich beispielsweise das begrenzte Zeitfenster für die Düngung im Herbst und die stark begrenzte Menge. Die Leistungen wird wie in den Jahren zuvor ein Dienstleistungsunternehmen nach Ausschreibung vornehmen. Unabhängig davon, wer den Zuschlag bekommt, dürfte aber schon jetzt feststehen, dass damit ein höherer Aufwand verbunden ist, der wiederum zu höheren Kosten führt. „In diesem Jahr wird also ein spitzerer Bleistift zum Einsatz kommen, wie es früher hieß“, resümiert Heiko Weiß. Kontinuität ist dagegen bei der Direktvermarktung als weiterem Standbein des Betriebes angesagt. Fortgesetzt werden die Schlachttage wie zuletzt am 7. Dezember vergangenen Jahres. In den Hofläden in Ragow und Zeesen werden  Fleisch und Wurst aus eigener Produktion angeboten, verarbeitet von einer in Trebbin ansässigen Fleischerei. Die Nachfrage ist außerordentlich groß. „Früh um sieben Uhr stehen schon die ersten Kunden an“, berichtet Heiko Weiß und schmunzelt. „Das kennen wir ja auch noch von früher!“

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