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  • 02.10.
  • 2012.02.10.

Zwischenfruchtanbau: Die Mischung macht's

Heiko Gläser untersucht Pflanzenwurzeln auf einer Fläche des LVG Köllitsch, wo Zwischenfruchtgemenge ausgesät werden.

Der weitaus größte Teil der Köllitscher Äcker wird mit dem Pflug bestellt. Doch auf einigen Schlägen, die Versuchs- und Demonstrationszwecken dienen, wird auf das Pflügen verzichtet. Etwa eine Fläche in der Nähe des Nachbarortes Packisch, auf der verschiedene Zwischenfruchtgemenge ausgesät worden sind. Heute war diese Demonstrationsanlage Ziel für interessierte Landwirte aus der Region, die am Feldtag „Zwischenfruchtanbau“ des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und des Vereins Konservierende Bodenbearbeitung / Direktsaat (KBD) in Sachsen e.V. teilnahmen


Bodenbearbeitung mit Schmalschargrubber

Zu sehen sind auf den Flächen 15 Parzellen mit verschiedenen Zwischenfruchtgemengen von fünf Saatgutherstellern, sowie Parzellen mit der Standardvariante Gelbsenf und der „Köllitscher Mischung“ – einem Gemenge, das vom Lehr- und Versuchsgut aus Saatgutresten gemischt wurde. Die Zwischenfruchtgemenge wurden in Mulchsaat nach vorheriger Bodenbearbeitung mit dem Schmalschargrubber gedrillt. Von Mitarbeitern des LfULG werden die verschiedenen Mischungen auf ihre Biomassebildung, die Stickstoffbindung und auf die Kosten geprüft. Neben Köllitsch gibt es mehrere andere Standorte in Sachsen, die ähnliche Demonstrationsflächen angelegt haben, die meisten von ihnen sind Mitglieder im KBD Sachsen.


Mehr als nur Gelbsenf

Mit dem Feldtag verfolgten LfULG und KBD Sachsen das Ziel, über Möglichkeiten des Zwischenfruchtanbaus zu informieren, „die über die Standardvariante Gelbsenf hinausgehen“, so Heiko Gläser vom KBD Sachsen. Denn Zwischenfruchtgemenge seien stabiler, die Pflanzen stützten sich gegenseitig und glichen es besser aus, wenn sich eine Sorte weniger gut entwickle. Auch sollte den Landwirten gezeigt werden, welche Mischungen geeignet sind, Biomasse für die Biogasanlage zu erzeugen.


Aussaat so früh wie möglich

Einen Favoriten für den Zwischenfruchtanbau unter Bedingungen, wie sie in Köllitsch herrschen, können indes weder Heiko Gläser noch Anja Schmidt vom LfULG nennen. „Es kommt auch auf die Folgekultur an“, so Gläser. Und wie sich die Zwischenfrucht entwickelt, ist auch immer stark vom Witterungsverlauf abhängig. Dass seit ihrer Aussaat im August in Köllitsch gerade mal 40 Millimeter Niederschlag gemessen wurde, war auf den Flächen deutlich zu sehen. Heikos Gläsers Tipp für Standorte wie den Köllitscher ist dann auch: „So früh wie möglich aussäen.“ Und Anja Schmidt ergänzt: „Trockenresistente Komponenten in die Gemenge integrieren.“


Eigene Mischungen günstig

Die „Köllitscher Mischung“, die unter anderem aus Hafer, Sonnenblume, Mais und anderen Saaten bestand, erzielt den Experten zufolge nicht unbedingt die besten Ergebnisse. Vorteil sind jedoch die geringen Kosten. Selbst gemischt wird allerdings durchaus häufig. Denn so, erklärt Gläser, ließen sich Komponenten, auf die man besonderen Wert lege und die in den angebotenen Mischungen fehlen, ergänzen.

 

 

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