• 2012
  • 25.11.
  • 2012.25.11.

Zuckerrüben: Klein und süß

Die Köllitscher Zuckerrüben sind gerodet.

Vom Köllitscher Speicher aus ist die Brodemfahne der Zuckerfabrik bei guter Sicht schon erkennbar. Dort läuft die Kampagne bereits seit Mitte September, doch bis die Zuckerrüben des Lehr- und Versuchsgutes ihre kurze Reise ins nahe Brottewitz antreten, werden noch ein paar Wochen vergehen. Anliefertermin ist in der 52. Kalenderwoche und damit fast am Ende der aktuellen Rübenkampagne.


Zuckerrüben gerodet

Von Montag an rollte der Roder über die Köllitscher Rübenschläge. Die Witterung erschien günstig, doch obwohl es mehrere Tage keinen Niederschlag gegeben hatte, war der lehmige Auenboden recht feucht und erschwerte die Ernte etwas. Schlecht abzuschätzen ist die Höhe des Ertrages. „Die Rüben standen sehr ungleichmäßig und im Sommer hatten wir auf den Flächen Hagelschlag“, sagt Heike Weiß, Bereichsleiterin Feldbau im LVG Köllitsch. Dennoch hoffe sie auf einen guten Ertrag.


Hoher Zuckergehalt

Zwar seien die Rüben, die auf knapp 40 ha wuchsen, recht klein, aber das war schon im vorigen Jahr der Fall, als 677 dt/ha geerntet wurden – der höchste bisher erreichte Ertrag des Betriebes. Der Zuckergehalt lag bei 18,4 %, was deutlich über dem sächsischen Schnitt lag. Wie hoch der diesjährige Ertrag ist, erfährt das LVG erst nach Ablieferung der Rüben in der Zuckerfabrik. Was den Zuckergehalt angeht, so lassen die Werte von Betrieben aus der Region, die bis zu 22 % verzeichneten, das Beste hoffen.


Ausschließlich Stalldung

Gute Werte erreicht Köllitsch selbst regelmäßig bei der Qualität bzw. den Inhaltstoffen der Rüben, die die Zuckerausbeute beeinflussen. Die Qualitätszahl lag im Vorjahr bei 105,6. Zurückzuführen sei dies darauf, dass man die Rübenflächen nur noch ausschließlich mit Stalldung dünge, erklärt die Bereichsleiterin.


Verladen der Rüben kompliziert

Eine Herausforderung wird für das LVG die Abfuhr der Zuckerrüben, die derzeit in Mieten am Feldrand liegen und mit Vlies abgedeckt werden. Doch nicht der Vorgang an sich ist kompliziert, vielmehr muss das Verladen der Rüben durch die von der Südzucker AG beauftrage Spedition von einer verkehrsrechtlichen Sicherung begleitet werden.


Verkehrsrechtliche Sicherung en masse

Im Vorjahr habe man erstmals eine solche verkehrsrechtliche Sicherung bei der Gemeindeverwaltung in Beilrode beantragt und erhalten: Verladen werden mussten die Rüben umstellt von etlichen Warnbaken, die zum Teil beleuchtet sein sollten, und unter Aufsicht fachkundiger Personen. Beantragung und Durchführung hätten nicht wenig Geld gekostet, sagt LVG-leiter Ondrej Kunze. Ärgerlich sei das auch, weil die Handhabung der verkehrsrechtlichen Sicherung von Kommune zu Kommune unterschiedlich gehandhabt werde und man in Köllitsch offenbar zur Maximalvariante verpflichtet wurde.

 

Rübenpressschnitzel für Milchvieh und Schafe

Bereits an diesem Sonntag wird das LVG rund 270 t Rübenpressschnitzel aus der Zuckerfabrik Brottewitz beziehen. Diese werden sofort siliert und nach ca. sechs Woche für die Fütterung des Milchviehs sowie der Schafe verwendet. Bis Ende April sollen die Pressschnitzel vollständig verwertet sein, danach stehen steigende Temperaturen der Haltbarkeit des Futtermittels entgegen. Das limitiert die Menge, die der Betrieb sinnvollerweise selbst verwenden kann. Einen Teil der ihm zustehenden Rübenpressschnitzel hat das LVG daher bereits an einen anderen Betrieb verkauft.

 

 

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