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  • 2015.25.11.

Weideabtrieb: Auf die Beine kommt es an

Zucht oder Mast?

Michael Kuhn (2.v.l.) und Katja Wörtzel begutachten die männliche Nachzucht.

Anfang der zweiten Novemberwoche begann im Lehr-und Versuchsgut Köllitsch der Weideabtrieb der drei Mutterkuhherden des Betriebes. Wie gewohnt war der Wechsel ins Winterquartier mit einer tierärztlichen Untersuchung sowie den notwendigen Behandlungen verbunden. Auch die Wägungen der Kälber dieses Jahres durch den Landeskontrollverband Sachsen sind bereits erfolgt. Dieser Tage nun unterzog man die männliche Nachzucht einer eingehenden Begutachtung. Bei der Zuchtselektion wurde entschieden, welche Bullen als Zuchttiere eine Zukunft haben und welche zur Mast verkauft werden. Und nicht zuletzt wurden auch Kandidaten für die Zentrale Sächsische Fleischrindkörung und Bullenauktion, die wieder im Februar in Meißen stattfinden wird, ausgewählt.

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Bei der Auswahl der Tiere wurde Michael Kuhn, der im LVG die Fleischrindzucht betreut, fachkundig von Katja Wörtzel von der Abteilung Fleischrinder der Masterrind GmbH unterstützt. „Gemeinsam sieht man schließlich mehr“, sagt Michael Kuhn. Neben den Tageszunahmen der Absetzer, die Aufschluss über die Milchleistung der Mütter geben, ist der äußere Eindruck entscheidend. Geschaut wird auf die Bemuskelung, das Skelett und das Fundament. Vor allem auf Letzteres komme es an, betont Katja Wörtzel. „Schlechte Beine vererben sich“, erklärt sie. Man brauche aber Rinder, die ohne häufige Klauenpflege gut auf der Weide klarkommen, um Arbeitsaufwand und Kosten so gering wie möglich zu halten. „Das Fundament ist eigentlich wichtiger als die Bemuskelung“, bestätigt auch Michael Kuhn.

Knapp 80 Tiere zählt die Nachzucht der Köllitscher Fleischrinder in diesem Jahr. Unter den männlichen Absetzern wurden insgesamt 13 für die Zucht ausgewählt: je fünf der Rassen Fleckvieh und Angus, drei der Rasse Limousin. Ziel des LVG ist es, in jedem Jahr je einen Bullen der drei am Standort gehaltene Rassen bei der Auktion in Meißen aufzutreiben. Ob man diesem Anspruch dieses Mal gerecht wird, ist allerdings noch offen, denn zwei der  Limousin-Bullen sind für die Körung eigentlich etwas zu jung, für den dritten gibt es bereits einen Kaufinteressenten. Für Fleckvieh und Angus stehen die Kandidaten für die Auktion jedoch fest.

Bei der weiblichen Nachzucht steht die Zuchtselektion zwar noch aus. Für die Bundesjungviehschau der Rasse Angus, die im Rahmen der Grünen Woche im Januar in Berlin stattfinden wird, sind allerdings bereits fünf erfolgversprechende Färsen ausgewählt worden. Die Anmeldefristen für die Schau waren im Übrigen ein Grund, warum der Weideabtrieb in Köllitsch in diesem Jahr etwa eine Woche früher als üblich erfolgte. Eine kurze Weidesaison war es indes nicht: Nach dem sehr milden Winter 2014/15 und der früh einsetzenden Vegetationsperiode waren die Mutterkühe bereits im März wieder auf die Elbwiesen gekommen.

 

 

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