• 2012
  • 11.09.
  • 2012.11.09.

Treffpunkt der Elite

Die erfolgreichsten sächsischen Auszubildenden aus den grünen Berufen, die in diesem Jahr ihre Lehre abgeschlossen haben, trafen sich gestern im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch mit Agrarminister Frank Kupfer zum ersten „Köllitscher Bestentreffen“. Das Treffen war nicht nur eine Auszeichnungsveranstaltung: Die jungen Männer und Frauen diskutierten auch über Stärken und Schwächen der Berufsbildung und erörterten ihre Ideen, wie grüne Berufe attraktiver für Schulabgänger werden können. 

„Köllitsch ist ein Symbol für zukunftsfähige Landwirtschaft“, sagte der Minister den jungen Fachkräften. „Was Sie hier vorfinden ist Spitze – auch, was die Ausbildung von Fach- und Führungskräften angeht.“ Guter Berufsnachwuchs sei nötiger denn je. Seit 2005 habe sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um knapp die Hälfte reduziert. Was derzeit an Fachkräften in der Landwirtschaft ausgebildet wird, deckt den künftigen Bedarf nicht mehr. Auch wenn der technologische Fortschritt Arbeitskraft ersetze – ohne Mitarbeiter wird die Landwirtschaft nicht auskommen. Die Branche stehe daher mit anderen Wirtschaftszweigen im Wettbewerb um Schulabgänger, die Betriebe seien gefordert, mehr für die Nachwuchssicherung zu tun. Hierzu zählt Kupfer auch die Arbeit am Image der Landwirtschaft. „Der Freistaat wird Ihnen, was die Ausbildung betrifft, weiter zur Seite stehen“, versicherte der Minister und verweis auf die erfolgreichen Anstrengungen der vergangenen Jahre, Köllitsch als Stätte der überbetrieblichen Ausbildung auszubauen, aber auch auf die guten Bedingungen, die in Dresden-Pillnitz für die Ausbildung im Bereich Gartenbau geschaffen wurden.

Über ihre Erfahrungen aus der Ausbildung und Vorschläge, wie die Berufsausbildung verbessert werden könnte, berichteten anschließend die frisch ausgelernten Fachkräfte selbst. In zwei Arbeitsgruppen hatten sich die 20 jungen Männer und Frauen, die verschiedene Berufe – von der Fachkraft Agrarservice bis zum Winzer – erlernt hatten, mit diesen Fragen auseinander gesetzt. Caroline Schneider (zweitbeste Pferdewirtin des Jahrgangs) und Thomas Gernetzky (bester Milchtechnolog)sowie Simon Gläser (bester Winzer) und Conrad Gommlich (bester Zierpflanzengärtner) trugen die Ergebnisse vor.

Schwächen sehen die Jahrgangsbesten teils in den Berufsschulen, in denen mitunter die Disziplin zu wünschen übrig lasse und die inhaltliche Schwerpunktsetzung besser sein könne – wobei sächsischen Berufsschulen eher gut bewertet wurden –, teils aber auch in den Betrieben, wo mitunter die Arbeitskraft des Auszubildenden wichtiger sei als die Ausbildung des jungen Menschen. Auch die Frage der Vergütung stellt nicht immer zufrieden, steht jedoch in engem Zusammenhang mit der Attraktivität der grünen Berufe. Generell sehen die Jahrgangsbesten Nachholbedarf bei der Darstellung ihrer Berufe in der Öffentlichkeit – auch, was die Zukunftschancen betrifft. Um junge Menschen für die grünen Berufe zu begeistern sei zudem eine frühe Berufsorientierung notwendig. Berufschullehrer mit engem Kontakt zur Praxis, gute Ausbilder und gut erreichbare Berufsschulen sind weitere Empfehlungen, die die jungen Fachkräfte für eine bessere Berufsausbildung haben.

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr