• 2016
  • 16.09.
  • 2016.16.09.

Sojabohnen: Reif für den Drusch

Sojafeld

Sojafelde © Karsten Bär

Auf sechs Hektar Fläche des LVG wuchsen in diesem Jahr Sojabohnen.

Erstmals hatte das Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch in diesem Jahr auf knapp sechs Hektar Sojabohnen gedrillt. Inzwischen sind sie druschreif, in dieser Woche sollten sie geerntet werden. Da man bisher keine Erfahrungen mit dieser Kultur habe, könne man Ertrag und Qualität im Vorfeld kaum abschätzen, so Henning Stahl, Leiter des Bereichs Feldbau im LVG. Man sei deshalb vorsichtig und setze die Erwartungen mit 20 dt/ha sehr niedrig an.

Gut gewachsen

Nahaufnahme einer Sojapflanze vor dem Feld>> Eingesetzt werden soll der Ertrag in der Fütterung. © Karsten Bär



Doch immerhin kann man bisher der Kultur bei ihrem erstmaligen Anbau ein gutes Wachstum bescheinigen. „Wider Erwarten“, wie der Feldbauleiter bemerkt, denn die Sojabohne sei an sich sehr wasserbedürftig. „Aber in dieser Hinsicht hatten wir in diesem Jahr Glück.“ Zumindest zu Beginn, denn die Trockenheit des Herbstes hat auf den sandigeren Bereichen des Schlages nun doch Spuren im Bestand hinterlassen, die sich ertragsmindernd auswirken könnten.

Pflanzenschutz problematisch

Gedrillt wurde für die Anbaupremiere im LVG die frühe Sorte Merlin. Man verwendete mit Rhizobien geimpftes Saatgut und applizierte beim Drillen zusätzlichen Impfstoff. Die rötlich verfärbten Wurzelknöllchen an den Pflanzen zeigen an, dass die Rhizobien-Bakterien fleißig „arbeiten“ und Stichstoff binden. Problematisch stellte sich hingegen der Pflanzenschutz dar, da nur eingeschränkt Mittel zur Anwendung in Deutschland zur Verfügung stehen. Teils wuchsen Disteln und Hirsegras durch den Bestand. „Wir müssen sehen, ob wir künftig eher auf mechanische Unkrautbekämpfung setzen und vielleicht auch die Reihenabstände anpassen“, überlegt Henning Stahl.

Zunächst allerdings wolle man abwarten, wo man beim Ertrag lande. Zuvor gilt es, die Herausforderung des Druschs zu meistern – bedingt durch den niedrigen Hülsenansatz muss das Schneidwerk des Mähdreschers sehr tief angesetzt werden. Die geernteten Sojabohnen sollen als Futter Verwendung finden und werden zu diesem Zweck in der Regel getoastet, also thermisch aufbereitet, normalerweise nachdem das Öl extrahiert wurde. Alternativ ist auch eine Vermahlung und Einsilierung denkbar. Wie letztendlich in Köllitsch vorgegangen wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

Maisernte abgeschlossen

Maisernte>> Mit eher ernüchternden Ergebnissen ist die Maisernte abgeschlossen worden. © Karsten Bär



Bereits fertig ist man inzwischen mit der Maisernte, die vollständig in die Silierung ging. Am 3. September war mit dem Häckseln begonnen worden, letzte Woche Freitag konnte man das zweite Silo schließen. Das Ertragsniveau sei nicht berauschend, räumt der Feldbauleiter ein. Die Ernte wird komplett für die Rinderfütterung und für die Biogasanlage verwendet werden.

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