• 2013
  • 06.06.
  • 2013.06.06.

Sandsäcke, Sandsäcke, Sandsäcke

Bildgalerie: Sandsäcke, Sandsäcke, Sandsäcke


Katastrophenalarm an der Elbe: Das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch hat einen Teil des Viehs evakuiert, die Technik in Sicherheit gebracht und sich auf den Ernstfall vorbereitet. Mitarbeiter des LVG und des Landesamtes sowie Einwohner der Region füllen seit gestern unterstützt von Bundeswehrsoldaten Sandsäcke. Die Lage ist kritisch, denn obwohl bei Köllitsch die Deiche als sicher gelten, gibt es südlich und nördlich gefährdete Punkte. In Elbnähe stehen bereits große Flächen unter Wasser. Insgesamt sind bis jetzt 400 ha des Betriebes überschwemmt, Ernteausfälle auf dem Grünland und auf Äckern sind unvermeidlich. Hinzu kommen angeschwemmter Müll und anderes Treibgut, die beräumt werden müssen, wenn die Flut vorbei ist.

Momentan liegt der Pegel bei knapp neun Metern, für Freitag werden bis zu 9,20 Meter prognostiziert. Das wären 20 Zentimeter weniger als zur Jahrhundertflut 2002. Allerdings wird der Hochwasserscheitel sehr lang sein - der Druck auf die Elbdämme wird noch einige Zeit anhalten. Bundeswehr und Feuerwehren aus den ostelbischen Ortschaften sichern derzeit die undichten Stellen.

Das LVG hat Vorsorge getroffen: Das Jungvieh, insgesamt 128 Tiere, ist in einem gewaltigen logistischen Kraftakt gestern in einen benachbarten Betrieb evakuiert worden. Mitgeholfen haben dabei auch andere Betriebe. "Ein herzlicher Dank an alle, die uns unterstützt haben", sagt LVG-Leiter Ondrej Kunze. Eine Herde von 34 Fleischrindern und ihren Kälbern wurde gestern ebenfalls in Sicherheit gebracht - in die Justizvollzugsanstalt Torgau, wo Fläche für das Vieh zur Verfügung steht. Auch die hochwertigere Landtechnik ist in der JVA abgestellt worden. Die Mutterschafe stehen inzwischen im Nachbarort Packisch in Sicherheit. Die Lämmer und Kälber setzte man in einen etwas höher gelegenen Stall im Köllitscher Tierhaltungsbereich um.

Mehrere Ladungen Sand - insgesamt rund 160 Tonnen - haben die Köllitscher inzwischen mit Unterstützung der Bundeswehr in Säcke gefüllt und auf Paletten gestapelt. Die Bundeswehr fährt die Säcke an gefährdete Deichstellen entlang des östlichen Elbufers. Auch morgen dürfte wieder fleißig Sand geschippt werden. Viele Mitarbeiter, die rechtselbisch wohnen, nehmen zum Teil lange Umwege in Kauf, um auf Arbeit zu gelangen, denn in  Riesa und Mühlberg sind die Elbbrücken gesperrt. Nur in Torgau ist die Überquerung der Elbe noch möglich.

Seit gestern kampiert die Leitungsmannschaft des LVG im Lehrlingswohnheim und bleibt auch über Nacht vor Ort. Da man davon ausgeht, dass der Höchststand des Hochwassers einige Tage anhalten wird, soll auch am Wochenende ein Bereitschaftsdienst vor Ort sein. Anfang kommender Woche soll entschieden werden, wann die überbetriebliche Ausbildung in Köllitsch wieder aufgenommen werden kann, die Anfang der Woche abgebrochen worden war.

 

Update 7. Juni, 9:45 Uhr

Das LVG gleicht einem Heerlager: In der Nacht zu Freitag sind 160 Soldaten der deutsch-französischen Brigade vom Niederrhein in Köllitsch eingetroffen, die die Deichverteidigung in der Region um Köllitsch unterstützen. Sie sind im Wohnheim des LVG und der dazugehörigen Sporthalle sowie in der Multifunktionshalle untergebracht. Der Hof steht voller Militärfahrzeuge.

 

 

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