• 2018
  • 18.05.
  • 2018.18.05.

Online-Projekte – neue Wege in die Öffentlichkeit

Traktor bei der Ausaat auf dem Feld

Aussaat Foto: Karsten Bär

Landwirtschaft zeigen und erklären will das LVG Köllitsch mit einem Online-Projekt.

 

In Sachen Öffentlichkeitsarbeit ist das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch bereits auf vielfältige Weise aktiv. Das fängt bei Schildern an, die an Weiden oder Feldflächen über einzelne Aspekte der Landwirtschaft informieren, und reicht  bis hin zur Pressearbeit, was die regelmäßige Berichterstattung über das LVG Köllitsch als „Praxispartner“ der Bauernzeitung einschließt. „Aber nichts ist so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte“, sagt Betriebsleiter Ondrej Kunze über die Bemühungen in Sachen Informations- und Imagearbeit. Verstärkt soll jetzt das Internet mit der Website des Betriebes unter www.smul.sachsen.de/lfulg/270.htm als Kanal genutzt werden, um über moderne Landwirtschaft zu informieren. Unter dem Arbeitstitel „Landwirtschaft online“ nimmt das Vorhaben derzeit Gestalt an.

Zeigen und erklären

» Ein Schwerpunkt des Online-Projektes werden Infos aus der Rinderhaltung des LVG sein.

Ansprechen will man drei Gruppen: Praktiker, interessierte Verbraucher und – aufgrund ihrer Multiplikatorenfunktion – Lehrer. Neben fachlichen Aussagen, die aus der umfassenden Tätigkeit des LVGs als Versuchs- und Demonstrationsbetrieb resultieren, soll landwirtschaftliche Produk­tion auch für Laien verständlich gemacht werden. Den vermeintlich einfachsten Weg für Transparenz, eine Vielzahl von Webcams zu installieren und jederzeit live zu senden, wähle man aber nicht, wie Ondrej Kunze erklärt. Allein aufgrund bestehender Persönlichkeitsrechte sei diese Variante nicht geeignet. Stattdessen wolle man zum einen kurze Videoclips produzieren, in denen das Geschehen einerseits gezeigt, andererseits auch erklärt und eingeordnet werden kann. Zum anderen sollen Daten, die man über Sensoren, Kameras und Trackingsysteme ohnehin erfasst, je nach Eignung mit oder ohne Aufbereitung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Erfolgreiche Beispiele hierfür gibt es bereits – etwa das Projekt „Superkühe“ des Fernsehsenders WDR. Informieren will man zunächst aus den Bereichen Rinderhaltung und Feldbau. Dabei sollen natürlich auch die Verknüpfungen zwischen den beiden Bereichen aufgezeigt werden. Bis Jahresmitte will man so weit sein, an die Öffentlichkeit gehen zu können. Das Projekt ist Bestandteil der simul+ Initiative des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft und zunächst für zwei Jahre angelegt. Es soll anderen Betrieben Erkenntnisse für die eigene Außendarstellung  verschaffen.

Erster Schnitt im Silo

» Neben Verbraucheraufklärung sollen auch Hinweise für Praktiker transportiert werden, unter anderem Ergebnisse von Versuchen, wie etwa zur Silierung.

Derweil läuft im Betrieb die reguläre Arbeit weiter. Am Sonntag vor Himmelfahrt wurde damit begonnen, den ersten Schnitt von 220 ha Grünland zu silieren. Bis zum Feiertag war das erste Silo gefüllt. Anschließend wurde der Aufwuchs auf den 30 ha Luzerne gehäckselt und siliert. Was an Grassilage zusammenkommen wird, stellt den Betriebsleiter durchaus zufrieden. Nach dem  zu Beginn recht kalten Frühjahr habe es ab April enormes Wachstum auf den Grünlandflächen gegeben.

Parallel zur Silierung wurde Mais gesät und dabei auch ein Versuch angelegt, bei dem eine Variante auf gepflügtem Boden mit einer Strip-Tillage-Variante verglichen werden soll. Im Vorjahr hatte es einen solchen Versuch bereits gegeben, der überraschenderweise mit besserem Ergebnis für die Pflug-Variante ausfiel. Die Wiederholung auf einer anderen Fläche soll weiteren Aufschluss bringen. Zum Einsatz kam dabei ein neues Güllefass aus der Produktion eines niederländischen Herstellers, das nicht nur für die Anlage des Maisversuchs beste Voraussetzungen aufweist. Unter anderem verfügt das Gerät über einen Verschieberahmen, der eine Reduzierung des Bodendrucks möglich macht, und ebenso über eine Reifenregeldruckanlage. Zudem lässt sich die Applikationsmenge exakt regeln. Weiterhin besteht die Möglichkeit, ein  NIRS-Gerät zu installieren, um die Nährstoffgehalte der Gülle genau zu bestimmen, was man mittelfristig auch nachrüsten will. Technik wie diese wird sicher auch ein lohnenswerter Gegenstand für die Außendarstellung im Rahmen von „Landwirtschaft online“ sein.

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