• 2016
  • 22.11.
  • 2016.22.11.

Neuer Schäfer im LVG

Uwe Liebhold im Schafstall

Uwe Liebhold © Karsten Bär

Uwe Liebhold ist neuer Schäfer im LVG Köllitsch

Für Uwe Liebhold ist der neue Arbeitsplatz alles andere als unvertraut. Sowohl  seine Arbeitskollegen als auch der Betrieb selbst sind dem 47-Jährigen seit langem bekannt. Manches Schaf aus dem Bestand ist bereits durch seine Hände gegangen - als Schafscherer hat er in der Vergangenheit auch immer wieder Aufträge für das Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch  übernommen. Seit Anfang vergangener Woche ist Uwe Liebhold als Schäfer dauerhaft im LVG beschäftigt.

Mit der Einstellung des 47-jährigen hat der Betrieb dafür gesorgt, dass im Schafstall und auf den Weiden auch weiterhin ein Fachmann am Werke sein wird. Denn zwar arbeiten derzeit neben Liebhold noch zwei Schäfer im LVG. Doch Eitel Weißer, der bereits seit langer Zeit in Köllitsch tätig ist, wird zum Jahresende in den Ruhestand wechseln. Und Samuel Mieth, der einst im LVG lernte und vor wenigen Jahren wieder in seinen alten Lehrbetrieb zurückkehrte, wird sich demnächst den Traum von der Selbstständigkeit erfüllen – der junge Mann, der in diesem Jahr Schäfermeister wurde, steigt in einen Schäfereibetrieb ein und verlässt aus diesem Grund in absehbarer Zeit das Lehr- und Versuchsgut.

Uwe Liebhold geht indes den umgekehrten Weg. Der gebürtige Vogtländer hat lange Zeit als selbständiger Schafscherer gearbeitet. Von Last aus, einem Ortsteil von Großtreben im „Ostelbien“ genannten Teil Nordsachsens, führten ihn über 20 Jahre lang seine Aufträge durch fast ganz Ostdeutschland. Dabei koordinierte er auch die Arbeit einiger anderer Schafscherer. In Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist Liebhold viel rumgekommen, hat viel gesehen und etliche Schäfereibetriebe kennengelernt.

Dennoch hat der aus Reichenbach stammende gelernte Schäfer immer auch den Wunsch gehabt, wieder ganz im alten Beruf zu arbeiten. Die Ausschreibung der Stelle im nicht allzu weit von seinem Wohnort entfernten Köllitsch kam ihm in dieser Hinsicht gut zupass. Dass er sein Handwerk noch immer gut versteht, konnte er beweisen. „Bei seiner Vorstellung hat er sich ganz hervorragend präsentiert“, betont Birgit Kurze, Bereichsleiterin Schafe und Schweine im LVG. Und dass er unter Sachsens Schäfern gut vernetzt ist, sei ebenfalls ein Vorteil.

Mit Unterstützung der  Kollegen Weißer und Mieth und ihren Erfahrungen vor Ort kann sich der neue Schäfer nun zunächst optimal in seine neue Tätigkeit einarbeiten, bevor später die Verantwortung auf ihn übergeht. Zu tun gibt es für einen Schäfer in Köllitsch einiges. Zum Bestand gehören derzeit 110 Muttern der Rasse Merino-Fleischschaf und 84 der Rasse Schwarzköpfiges Fleischschaf, weiterhin derzeit 100 Zutreter aus beiden Rassen. Nachdem im vergangenen Jahr die Schafe der Rasse bzw. des Rasseexperiments Nolana vollständig abgegeben wurden, sollen die beiden anderen Rassen noch etwas aufgestockt werden.

Dieser Tage steht mit der Herdbuchaufnahme, die gemeinsam mit dem Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband durchgeführt wird, die erste größere Aufgabe an, an der Uwe Liebhold beteiligt sein wird. Entschieden wird hierbei, welche Lämmer für die Zucht im Betrieb verbleiben und welche zu Schlachtung abgegeben werden. Wenig später dann werden die Herden von den Weiden in den Stall geholt und für die Lammsaison vorbereitet, die ab dem Januar beginnt.

Dann kann Liebhold im Übrigen auch wieder mit seinen langjährigen beruflichen Erfahrungen aufwarten – und zur Schermaschine greifen.

 

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr