• 2013
  • 19.03.
  • 2013.19.03.

Naturschutz: Wenig Aufwand, großer Nutzen

Wacholderdrossel im Blühstreifen von LVG Köllitsch

Blühstreifen und Naturschutzbrachen legt das LVG Köllitsch schon seit Jahren an. „Zunächst vor allem auf Flächen, die schwer zu bewirtschaften waren“, erzählt Betriebsleiter Ondrej Kunze. Für viele Arten bieten derartige Ackerstreifen Nahrungs-, Deckungs- und Rückzugsraum in der Agrarlandschaft – und leisten somit einen Beitrag zum Artenschutz.


Greening in der Landwirtschaft

Mit den vorgesehenen Änderungen der Agrarförderung, die unter dem Titel „Greening“ mehr ökologische Komponenten in der Landwirtschaft etablieren wollen, erhalten Blühstreifen und Naturschutzbrachen mit großer Wahrscheinlichkeit bald noch größere Bedeutung. Aus diesem Grund ist in Zusammenarbeit mit der Abteilung Pflanzliche Erzeugung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) für die Köllitscher Betriebsflächen ein Konzept erarbeitet worden. Es legt fest, wo solche Flächen sinnvollerweise hingehören, um gezielt Arten zu schützen und zu einer Biotopvernetzung beitragen zu können.


Blühstreifen und Brachen

Insgesamt 20 Blühstreifen und Brachen wurden zu diesem Zweck im Vorjahr angelegt, die sich auf der gesamten Nutzfläche des LVG verteilen. „Verwendet wurden dabei ein- und mehrjährige Mischungen“, so Ondrej Kunze. Auf Anregung von Naturschutzexperten sind die Blühstreifen jedoch nicht wie vorgesehen im Herbst gemulcht, sondern stehen gelassen worden, um Vögeln und anderen Tieren der Feldflur als Deckungsraum und Futterquelle zur Verfügung zu stehen. Erst im Laufe des März werden sie gemäht.


Zufluchtsort für Vögel

Ein sinnvoller Schritt, wie sich nun zeigte. Aus privatem Interesse hatte sich Wolfram Kunze, Hobby-Ornithologe und Mitarbeiter des LfULG in der Außenstelle Wurzen, an einem Sonntag im Februar auf den Flächen umgeschaut. Die von ihm dokumentierten Tierbeobachtungen belegen: Die ungemulchten Flächen werden von vielen Arten der Feldflur im Winter stark frequentiert. Auch bedrohte Arten wie Raubwürger, Bluthänfling oder Feldhase waren zu sehen.

Für den Umweltschutz

Blühstreifen zeigen spürbare Effekte für den Artenschutz - für LVG-Leiter Ondrej Kunze ist es ein gutes Beispiel dafür, wie Landwirtschaft im Sinne des Umweltschutzes wirken kann. „Mit wenig Aufwand lässt sich viel erreichen“, meint er. „Und das Betriebsergebnis wird durch das Anlegen solcher Flächen nicht nachhaltig negativ beeinflusst.“ Auch, weil Förderungen für solche Maßnahmen angeboten werden, sollten sie für Landwirtschaftsbetriebe durchaus interessant sein. Nur eines ist problematisch, wie er weiß: „Wirklich gutes Saatgut für Blühmischungen ist schwer zu bekommen – und im Vergleich zu anderen Kulturen auch ziemlich teuer.“

 

 

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