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  • 2014.13.06.

Minister stellt Stallbauprojekt vor

© Karsten Bär

Betriebsrundgang: LVG-Leiter Ondrej Kunze führte im Anschluss an die Projektpräsentation Minister Kupfer (r.), Landesamtspräsident Norbert Eichkorn (2.v.r.) und weitere Gäste durch den Milchproduktionsbereich.

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Beim Bau der neuen „Lehrwerkstatt Milchkuhhaltung“, so die offizielle Bezeichnung für den Stall, gilt es, einige Prämissen zu vereinbaren. Nicht nur Haltungsbedingungen und arbeitswirtschaftliche Erfordernisse stehen im Mittelpunkt, vor allem auch im Hinblick auf Ausbildung und Demonstration muss der Milchviehstall seinem Zweck gerecht werden. Und natürlich soll das neue Domizil für die rund 200 Köllitscher Milchkühe auch für die am Standort ansässigen Fachleute des Landesamtes für die angewandte Forschung zur Verfügung stehen, etwa zu Fragen der Fütterung, des Tierwohles und der Tiergesundheit, der Prozessbeobachtung oder für Lösungen zur Verbesserung des Stallklimas. „Ein innovativer, praxisgerechter und zukunftsweisender Milchviehstall aus der Sicht verschiedener Nutzergruppen“, brachte es LVG-Leiter Ondrej Kunze auf den Punkt.

Ansprüche, die eine Investition in Höhe der veranschlagten insgesamt 4,75 Mio. Euro, davon 2,1 Mio. Euro für den Stall, allein schon sinnvoll erscheinen lassen. Doch Gründe für den Neubau gibt es noch mehr. Denn die Investition soll drei Altställe ersetzen, von denen zwei bereits mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben. „Die Bedingungen dort sind arbeitswirtschaftlich nicht mehr vermittelbar“, so Ondrej Kunze. Und auch der dritte Stall, ein im Jahr 1998 errichteter Laufstall, wird den Anforderungen nicht mehr im notwendigen Maße gerecht.

Während der Laufstall künftig für die Jungrinderhaltung genutzt wird, werden die beiden Altställe abgerissen. Auf ihrem Baufeld wird ein freitragender Außenklimastall von 60 Metern Breite und 75 Metern Länge entstehen, in den klimatisierte Funktions- und Arbeitsräume integriert sind. Knackpunkt für einen Stall dieses Formats: Die Aerodynamik unter der wärmegedämmten Dachkonstruktion. Spezielle Vorrichtungen, die in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim optimiert werden, sollen für gute Durchlüftung und günstige Luftverhältnisse sorgen.

Unterteilt sein wird der Milchviehstall in zwei Ausbildungseinheiten. In der ersten, die 154 Tierplätze beinhalten sollen, ist planbefestigter Boden vorgesehen, der mit Klapp- bzw. Faltschieber entmistet wird. An der äußeren Längsseite wird sich ein Futtertisch befinden, ein weiterer teilt die Einheit in zwei Hälften, in denen die Kühe jeweils zwei- bzw. dreireihig aufgestallt sind. Gemolken wird im Fischgrätenmelkstand mit sieben Plätzen und einem Side-by-Side-Melkstand mit zwölf Plätzen. Somit können Auszubildende in die Arbeit mit verschiedenen Melksystemen unterwiesen werden.

Die zweite Ausbildungseinheit umfasst 62 Tierplätze und wird mit Doppelliegeboxen sowie Spaltenboden und Güllekeller versehen sein. Hier soll mit Roboter gemolken werden.

Mit dem Neubau verbunden ist die Schaffung einer neuen Siloanlage mit drei Kammern und insgesamt 7500 m2 Fassungsvermögen direkt in Stallnähe sowie eines neuen 5000-m2-Güllelagers und einer Strohlagerhalle.

Rund 100.000 Euro sind in diesem Jahr für die Planung des Stalles in den Haushalt seines Ministeriums eingestellt. Im kommenden Jahr wird das Vorhaben dann durch das Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) in die Tat umgesetzt. „Ich bin sicher: Die Investition ist gut angelegtes Geld“, machte Minister Kupfer während der Projektvorstellung am Dienstag deutlich. Man werde damit der gewachsenen Bedeutung des Lehr- und Versuchsgutes gerecht und leiste einen Beitrag zum Wissenstransfer über praktikable Lösungen für tier- und umweltgerechte Haltungsvarianten in der Milchviehhaltung. Die Entscheidung für den Neubau, um die er durchaus mit dem Finanzminister habe ringen müssen, stelle auch ein Bekenntnis zum Standort Köllitsch dar, an dem seit 1992 bereits rund 24 Mio. Euro investiert wurden. Da in Köllitsch nicht nur sächsische Lehrlinge, sondern auch Azubis aus Brandenburg Teile ihrer Ausbildung absolvieren, erhält das Vorhaben Unterstützung vom Bundesinstitut für berufliche Bildung. Es steuert 60 % der Kosten bei, 40 % trägt der Freistaat Sachsen.

Karsten Bär

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