• 2016
  • 17.02.
  • 2016.17.02.

Mehr Zuwachs

© LfULG

Energieholzernte: Auf rund der Hälfte der Köllitscher KUP wurde unlängst geerntet.

Dem Ziel von einem jährlichen Zuwachs in Höhe von 10 t/ha Trockenmasse kommt man im zweiten Umtrieb schon näher. „Einige Pappelsorten haben diesen Zuwachs jetzt erreicht“, so Ondrej Kunze, Leiter des LVG Köllitsch, nach der Energieholzernte auf der Kurzumtriebsplantage (KUP) des Betriebes. Rund 5 ha der knapp 10 ha großen Anlage wurden kürzlich abgeerntet, nachdem auf der anderen Hälfte der KUP bereits im vergangenen Jahr das zweite Mal gehäckselt worden war.  Die Ernte des ersten Umtriebs war seinerzeit ebenfalls in zwei Etappen in den Jahren 2011 und 2012 erfolgt.

Auch wenn der exakte Ertrag noch nicht genau zu beziffern ist, weil die Hackschnitzelproben zunächst bei 105 ° C getrocknet werden müssen, um die Trockenmasse (atro) als verlässliche Vergleichsgröße zu bestimmen, ist sich der Betriebsleiter sicher: „Die Ertragszuwächse sind deutlich.“ Insbesondere die Pappel-Sorten Hybrid 275 und Max, die inzwischen über der Zielgröße von 10 t/ha jährlichem Zuwachs liegen dürften, stechen dabei heraus. Dass diese Sorten gute Erträge versprechen, deckt sich durchaus auch mit Versuchen auf anderen Standorten. Auf der Köllitscher KUP werden, in erster Linie zu Demonstrations- und Versuchszwecken, sieben verschiedene Pappelsorten und eine Weidesorte mit unterschiedlichen Bestandsdichten angebaut, die sortenrein geerntet, beprobt und verwogen werden.

Einfache Lösung: Bei der Lagerung und Trocknung betreibt man dieses Jahr wenig Aufwand. Die Hackschnitzel werden auf einer Betonplatte gelagert und mit halbdurchlässigem Vlies abgedeckt.Zur Ernte eingesetzt wurde wie bereits bei den vergangenen Jahren wieder ein Feldhäcksler mit speziellem KUP-Aufsatz, der Holz bis zu 15 Zentimeter Stammdurchmesser häckseln kann. Zur Verfügung stehen prinzipiell auch andere Technikvarianten, die teilweise aus der Forstwirtschaft übernommen sind. In Aktion gesehen hat Ondrej Kunze diese kurz nach der KUP-Ernte in Köllitsch bei einer Vorführung auf dem Versuchsgut Eichhof im hessischen Bad Hersfeld – und dabei Bestätigung für die in Köllitsch eingesetzte Technik gefunden. „Unter unseren Bedingungen, das heißt: ebene Flächen und eine relativ kurze Umtriebszeit, ist der Feldhäcksler bislang die optimalste Variante“, meint der LVG-Leiter.

Bei der Trocknung der Hackschnitzel hat sich das LVG in diesem Jahr auf eine einzige Variante festgelegt. Hatte man bisher einen Teil des Erntegutes im sogenannten Domtrocknungsverfahren im Fahrsilo gelagert und trockenen lassen, entscheid man sich jetzt für die einfachste und kostengünstigste Lösung: Die Hackschnitzel lagern auf einer Betonfläche und werden mit einem halbdurchlässigen Vlies abgedeckt, was im vergangenen Jahr sehr gute und vergleichsweise homogene Ergebnisse brachte, wohingegen die Domtrocknung vor allem an den Silorändern qualitativ wenig überzeugte. 

Verwertet werden die selbsterzeugten Hackschnitzel unter Zumischung zugekaufter Ware in der betriebseigenen Hackschnitzelheizung. Unter optimalen Bedingungen ist das LVG Köllitsch auf Grundlage seines  Energiekonzeptes in der Lage, 75 % der benötigten Wärmeenergie aus  regenerativen Quellen – im Wesentlichen über die Hackschnitzelheizung, die Biogasanlage sowie eine Pelletheizung - zu decken.

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