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  • 07.07.
  • 2015.07.07.

Mehr Arbeit als erwartet

Gerste dreschen © Karsten Bär

Mitte letzter Woche ging es los: Schneller als gedacht fuhr der Drescher in die Gerste.

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Das ging schneller als gedacht. Noch zum Beginn der vergangenen Woche waren sich Ondrej Kunze, Leiter des LVG Köllitsch, und Henning Stahl, Bereichsleiter Feldbau im Betrieb, ziemlich sicher: Mit dem Start der Ernte ist wahrscheinlich frühestens Ende der zweiten Juliwoche zu rechnen. Trotz langer Trockenheit war zu diesem Zeitpunkt das Getreide auf den überwiegend lehmigen Böden noch nicht soweit. Doch die windige Hitze zum Monatsbeginn veränderte die Situation entscheidend. Mitte vergangener Woche, und damit ein, zwei Tage früher als im vergangenen Jahr, fuhr der Drescher in die ausgereifte Wintergerste.

Die lange Trockenphase ist auch der Gerste anzusehen, mehr aber noch dem Weizen. „Wo auf den Flächen Sandlinsen zu finden sind oder die Lehmauflage nur dünn ist, gibt es sichtbare Schäden“, erklärt Feldbauleiter Stahl. Die etwas kühlere Wetterphase Ende Juni habe dem Winterweizen aber insgesamt gut getan und noch einmal zur Ertragsbildung beigetragen. Gerade noch rechtzeitig sei der Regen für Mais und Zuckerrüben gekommen, die gut im Feld stehen.

Nicht nur mit dem Getreidedrusch haben die Mitarbeiter des Bereiches Feldbau im LVG derzeit zu tun. Bereits an den letzten Junitagen wurde begonnen, auf dem größten Teil des Grünlandes mit dem zweiten Schnitt Heu zu machen. „Bei relativ spärlichem Aufwuchs infolge des fehlenden Niederschlags“, wie Hennig Stahl verdeutlicht. Weiterhin wird in der zweiten Juliwoche auf 30 ha Luzerne siliert, die das LVG nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus anbaut. Die Luzerne, die eigentlich gut mit Trockenheit zurechtkommt, sei ziemlich schlecht aufgewachsen. „Der fehlte auch das Wasser“, so Feldbauleiter Stahl. „Das bringt zum Ausdruck, wie extrem der Niederschlagsmangel in den vergangenen Monaten war“, ergänzt Betriebsleiter Ondrej Kunze. „Wir sind schon mit einem Riesen-Defizit aus dem Winter gekommen.“

Während im Feldbau Futter und Getreide geerntet werden, laufen im Schweinestall des Betriebes derweilen Reinigungsmaßnahmen, die mit Reparaturen und kleineren Umbauten verbunden sind. Noch in diesem Sommer soll ein Wechsel des Bestandes auf BHZP-Genetik vollzogen werden. Seit Februar wurden die Sauen deshalb nicht mehr besamt und so Abteil für Abteil geräumt. Zum Anfang dieser Woche war der gesamte Stall leergezogen. „Bevor wir hier einen neuen Hochgesundheitsbestand etablieren, muss die Anlage natürlich komplett desinfiziert und gesäubert werden“, so Ondrej Kunze. Schritt für Schritt wurde dies getan, jeder Spaltenboden angehoben, jeder Güllekanal gereinigt, quasi jede Schraube, die wiederverwendet wird, gesäubert. „Dabei werden auch die ein oder anderen bauliche Beschädigungen sichtbar, die zu beheben sind“, erklärt der Betriebsleiter. „Es zeigt sich: Das ist viel, viel mehr Arbeit als erwartet.“ Neben den Reinigungs- und Reparaturmaßnahmen wurden zudem auch gleich einige Abferkelbuchten zu geräumigeren Bewegungsbuchten umgestaltet, neue Futterautomaten installiert und teilweise neue Böden verlegt. Dieser Tage hat ein externer Dienstleister damit begonnen, den Stall vollständig desinfizieren, was in etwa eine Woche in Anspruch nimmt. Danach kann neu eingestallt werden.

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