• 2014
  • 31.01.
  • 2014.31.01.

Lammsaison hat früh begonnen

© Karsten Bär

Liebling im Stall: Schäfer Samuel Mieth mit einem kleinen gescheckten Nolana-Lamm.

zur Bildergalerie: Lammsaison hat früh begonnen

Ein kleines geschecktes Nolana-Lamm ist zurzeit der Liebling im Stall. „Im ersten Moment sah es wie ein Kalb aus“, lacht Birgit Bergel. Das schmucke Kerlchen ist ein Bocklamm. Eine gute Entwicklung vorausgesetzt, werde er im kommenden Jahr auf der agra in Leipzig ausgestellt, sagt die Bereichsleiterin. Schließlich habe er mit seiner ungewöhnlichen Färbung einen gewissen Schauwert. So etwas mag das Publikum, wie die Köllitscher seit der vergangenen agra wissen. Damals sorgte ein schwarzer Nolana-Bock bei den Messebesuchern für jede Menge staunender Blicke.

Theo sorgte für gescheckten Nachwuchs

Vater des kleinen Schecken ist Theo, ein Bock der Rasse Dorper. Nolanas gelten noch als Rasseexperiment, sie haben hinsichtlich der Hornlosigkeit, der Entwollung und des Fleischansatzes das Zuchtziel noch nicht vollständig erreicht. Daher werden immer wieder andere Rassen eingekreuzt, im LVG beispielsweise eine Zeit lang ein Charolaisbock. In der vergangenen Deckperiode kam erstmals Dorper-Bock Theo in einer der beiden Anpaarungsgruppen mit Nolana-Schafen zum Einsatz – und erwarb sich nun mit seinem gescheckten Sohn zumindest schon mal einige Sympathien.

Bous war hoffentlich nicht faul

Insgesamt 235 Muttern der Rassen Merinofleischschaf (MFS), Schwarzköpfiges Fleischschaf (SKF) und Nolana (Nol) waren vom 29. August bis 16. Oktober auf sieben Anpaarungsgruppen aufgeteilt, in denen jeweils ein ausgewählter Bock seine Dienste tat. In einer der beiden SKF-Gruppen musste allerdings während der Deckzeit ein Ersatzspieler eingewechselt werden: Bous, ein bewährter Vererber, war am 16. September leider verendet. Faul war er zuvor offenbar nicht. Es zeichnet sich ab, dass er in der relativ kurzen Zeit noch für reichlich Nachwuchs gesorgt, sprich: viele Muttern gedeckt hat. Nach einer zehntägigen Pause, die laut Zuchtsatzung vorgeschrieben sind, um die Abstammungen der Lämmer zweifelsfrei feststellen zu können, wurde ein junger SKF-Bock aus eigener Zucht in die Herde gestellt, um die von Bous begonnene Arbeit zu vollenden.

Schichtbetrieb im Schaffstall

Der Dauer der Deckzeit entsprechend werden Reinzuchtlämmer in Köllitsch noch voraussichtlich bis Mitte März geboren. Denn nach den ersten Ablammungen von gut 20 Muttern geht die Lammzeit jetzt erst richtig los. Was auch arbeitsorganisatorisch bewältigt sein will. Die beiden Schäfer des LVG, Eithel Weißer und Samuel Mieth, sind während dieser Wochen in Schichten aufgeteilt von morgens halb sechs bis abends um acht im Stall. Auch nachts wird immer wieder das Geschehen kontrolliert und bei Bedarf helfend eingegriffen. Hat ein Schaf gelammt, wird es zusammen mit seinem Nachwuchs für einige Tage in ein Stietz gestellt, damit die Prägung ungestört erfolgen kann. Andernfalls kann es  passieren, dass sich ein hochtragendes Tier eines fremden Lammes annimmt – und dann später den eigenen Nachwuchs nicht mehr akzeptiert, weiß Samuel Mieth.

Erstmals Ziegen als Ammen

Doch in Einzelfällen prägt sich auch dann keine Beziehung zwischen Mutter und Lamm aus, wenn sie separiert im Stietz stehen. Für solche Fälle plane man in diesem Jahr, erstmals Ziegen als Ammen einzusetzen, erklärt Birgit Bergel.  Dabei arbeitet das LVG mit einem Ziegenhalter aus der Region zusammen, der im Bedarfsfall einige seiner Tiere zur Verfügung stellen will. „Wir wollen sehen, wie es funktioniert, und erst einmal Erfahrungen damit sammeln“, sagt die Bereichsleiterin. Ziegen gelten als ausgesprochen mütterliche Tiere, die problemlos auch Schaflämmer in ihre Obhut nehmen.

Karsten Bär

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr