• 2013
  • 12.07.
  • 2013.12.07.

Kurios: Regen minderte Hochwasserfolgen

Nach der Aufregung und den Notmaßnahmen während der Flutkatastrophe zieht im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (LVG) nun wieder der landwirtschaftliche Alltag ein. Über 300 ha landwirtschaftliche Nutzfläche des Betriebes waren vom Elbehochwasser betroffen. Komplett vernichtet wurden die Kulturen nach Angabe von LVG-Leiter Ondrej Kunze auf  44 ha Winterweizen, 34 ha Silomais, 22 ha Hafer, 18 ha Luzerne, 3 ha Lupine (1. Schnitt) und 4 ha Blühstreifen. Hier sowie auf 183 ha Grünland blieben nach Rückzug der braunen Brühe zudem jede Menge Plastikmüll und Holz und an mehreren Stellen Kiesbänke zurück. Die Köllitscher Landwirte mussten diese Flächen daher zunächst mit Technik aber oft auch per Hand beräumen. Unterstützung erhielten sie dabei von Mitarbeitern anderer Behörden. „Auf unserem Maschinenhof türmen sich gut 100 Tonnen Treibgut, das nun nach und nach abgefahren wird“, berichtet Ondrej Kunze. Außer der Luzernefläche habe man die  Flutäcker in der vergangenen Woche mit Grubber und Scheibenegge umbrochen und neu bestellt. Als Futter- und Zwischenfrüchte reifen dort nun Futterroggen (42 ha), eine Hafer-Leguminosen-Mischung (21 ha), Ackergras (30 ha) und Hafer (6 ha). Die überschwemmte Luzerne wurde abgemäht und abgefahren. Jetzt treiben die Luzernepflanzen neu aus. Von dem meist vor den Deichen liegenden Grünland hatten die Landwirte den ersten Schnitt kurz vor der Flut eingefahren. Doch nach Abzug des Wassers zeigten Untersuchungen, dass der anhaftende Schlamm auf den Wiesen mit Arsen belastet und eine Weidenutzung daher nicht gleich möglich war.  „Wir haben die Flächen erst mal  abgestriegelt, damit die angetrockneten Sedimente abfallen“, erläutert der LVG-Leiter. Doch das allein hätte vermutlich nicht gereicht. Glücklicherweise half hier die kräftige Regenfront Ende Juni. Sie ließ zwar den Elbepegel erneut bedrohlich steigen, wusch aber die Wiesen sauber und half auch der Neuansaat beim Keimen und Wachsen. Nach den Regentagen und einer erneuten Untersuchung des Aufwuchses konnte das Köllitscher Vieh wieder auf die Weide.   


Dennoch: Alle Flutfolgen sind längst nicht überwunden. So bereiten die bis zu einem dreiviertel Meter starken Kiesbänke auf den Wiesen noch Kopfzerbrechen. Und unterm Strich bleibt ein nicht unerheblicher Hochwasserschaden. „Durch Ertragseinbußen und zusätzliche Kosten für Beräumung und Neubestellung beträgt der Verlust bei uns rund eine viertel Million Euro“, zieht Ondrej Kunze Bilanz.


Zum Alltag auf dem Gelände des LVG gehören auch in- und ausländische Besuchergruppen. Kürzlich schauten 18 Jugendliche aus der landwirtschaftlichen Berufsfachschule im tschechischen Děčín den Köllitschern zwei Wochen lang über die Schulter. „Auf der Abschlussveranstaltung zeigten sich die angehenden Landwirte von den praktischen Übungsmöglichkeiten, die das LVG bietet, begeistert“, freut sich Ute Jarosch, die den Bereich überbetriebliche Ausbildung leitet. Besonderen Anklang haben bei den Fachschülern die Anleitung zur Klauenpflege und das Melken am Melktrainer gefunden. In diesem Jahr werden auf dem LVG Köllitsch noch weitere Delegationen junger Leute erwartet, unter anderem aus Polen, Tschechien und Lettland.  Wolfgang Rudolph

 

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr