• 2014
  • 13.11.
  • 2014.13.11.

Keine Grauzone

© Karsten Bär

Dr. Helga Vergara gab den Teilnehmern an Modellen von Schweinen verschiedener Altersklassen anschauliche Erklärungen.

Zur Bildergalerie: Keine Grauzone

Mit der Praktikerschulung „Sachgerechter Umgang mit Selektionstieren (Schwein)“ hat das Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch Schweinehaltern vergangene Woche erstmals ein Weiterbildungsangebot unterbreitet, mit dem sie Sachkenntnis für die tierschutzgerechte Nottötung von Selektionstieren erwerben können. Das Angebot ist neu und ergänzt die bislang offerierten Lehrgänge zum Erwerb der Sachkunde zum Töten nach Tierschutzschlachtverordnung. Letztere sind mit zwei Theorie- und einem Praxistag sehr aufwändig und richten sich vor allem an Praktiker, die gewerblich schlachten und von Rechts wegen einen solchen Sachkundenachweis benötigen. Für Nottötungen ist hingegen kein Sachkundenachweis erforderlich – wohl aber Sachkunde vonnöten. Denn über den richtigen Umgang mit Selektionstieren herrsche in den Betrieben durchaus Verunsicherung, meint Ute Jarosch, stellvertretende Betriebsleiterin des LVG Köllitsch und zugleich Referentin für berufliche Bildung. Auch auf Anregung des für Veterinärwesen zuständigen sächsischen Sozialministeriums habe man sich daher des Themas angenommen: „Da darf es keine Grauzone geben, die Mitarbeiter dürfen mit dem Problem nicht allein gelassen werden“, sagt sie.
Im ersten Teil der Veranstaltung erhielten die gut 40 Teilnehmer der Schulung umfassende theoretische Kenntnisse zu den rechtlichen Voraussetzungen, zur Bestimmung von Selektionstieren und den Methoden tierschutzgerechten Betäubens und Tötens. Als Referenten traten Sylvia Juhnke vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Nordsachsen und Dr. Helga Vergara vom Schweinegesundheitsdienst der Sächsischen Tierseuchenkasse auf. Ein schriftlicher Test rundete den Theorieteil ab. Anschließend wurden die Teilnehmer im Schweinehaltungsbereich des LVG praktisch unterwiesen. Dabei ging es unter anderem darum, mögliche Selektionstiere zu erkennen oder verschiedene Geräte sicher zu handhaben. Am Modell wurden tierschutzgerechte Betäubungs- und Tötungsmethoden erklärt.
Angeboten werden soll die Praktikerschulung auf jeden Fall im kommenden Jahr wieder. Nachfrageabhängig will das LVG die Schulung eventuell auch häufiger anbieten.

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr