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  • 17.11.
  • 2017.17.11.

Im Endspurt

© Karsten Bär

Stalldung ausgebracht und die Winterfurche gezogen wurde vergangene Woche auf einem Teil der Köllitscher Ackerflächen. Langsam geht es nun auf das Ende der Feldbausaison zu.

Langsam, aber sicher geht es in den Endspurt: Im Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch laufen die letzten herbstlichen Feldarbeiten. Der Weizen für den konventionellen Anbau ist auf 130 ha bereits seit Mitte Oktober im Boden, den Weizen für den ökologischen Anbau hat der Betrieb Ende Oktober gesät. „Die Aussaat des Ökoweizens zögern wir bewusst etwas heraus, um einer frühen Verunkrautung vorzubeugen“, erklärt Feldbaukoordinator Nico Wolf. „Damit können wir eine Striegelbehandlung sparen.“ Nach der Weizenaussaat wurde auf einigen der Flächen, die erst im Frühjahr bestellt werden, Stalldung ausgebracht und die Winterfurche gezogen.

Sojafläche soll wachsen

Die letzten Feldfrüchte sind inzwischen längst geerntet. Der Mais, der in diesem Jahr auf 133 ha wuchs, brachte Erträge zwischen 262 dt/ha auf den Ökoflächen bis zu 482 dt/ha auf den besten konventionellen Schlägen. Die Hälfte des Ertrages wurde siliert, der Rest gehäckselt ab Feld an einen Nachbarbetrieb abgegeben. Zum zweiten Mal konnten in diesem Jahr darüber hinaus Sojabohnen geerntet werden. Die Eiweißpflanze wuchs auf 8,44 ha und brachte einen durchschnittlichen Ertrag von 20,26 dt/ha. Gegenüber dem Vorjahresertrag von 12 dt/ha ist das eine deutliche Steigerung. „Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“, so Nico Wolf.

Größtes Problem sei der Pflanzenschutz – nur wenige zugelassene Herbizide stehen im Sojaanbau zur Verfügung.  Dies habe man dem Bestand angesehen. Im kommenden Jahr – der Anbau soll dann auf 15 ha ausgedehnt werden – will man dem Unkraut mechanisch zu Leibe rücken. Hier hoffen Betriebsleiter Ondrej Kunze und Feldbaukoordinator Nico Wolf auf positive Effekte durch die Anschaffung einer Einzelkornlegemaschine, durch die man einen Reihenabstand erreichen kann, der das Hacken des Bestandes erleichtert.

Die geernteten Sojabohnen werden in Köllitsch verfüttert. Bereits im letzten Jahr hat es hierzu mit den Fütterungsexperten des Landesamtes einen Versuch gegeben, bei dem Milchvieh anstelle von Rapsextraktionsschrot Soja erhielt. Ergebnis: Selbsterzeugtes Soja kann Rapsschrot zumindest  aus Sicht der Leistungsdaten ersetzen. Der Versuch wird im Winter voraussichtlich wiederholt.

Bereits in der Zuckerfabrik im nahen Brottewitz sind inzwischen die Zuckerrüben aus Köllitscher Anbau. Sie wuchsen auf 45 ha und damit gesteigerter Anbaufläche. Ursprünglich hätten die Rüben erst dieser Tage gerodet werden sollen, doch wegen der Meldungen von schwarzen Rüben, die vermehrt in der Elbaue aufgetreten sind, wurde der Termin einige Wochen vorverlegt. Ertragsmäßig überzeugt das Ergebnis nicht. Im Schnitt 61 t/ha – das sei für dieses Jahr nicht besonders gut, räumt Nico Wolf ein.

Kaum schwarze Rüben

Grund sei wohl, dass die Mulchsaat nicht gut funktioniert habe, weil die Zwischenfrüchte im vergangenen Herbst wegen der Trockenheit nicht aufgegangen sind. Allerdings habe man dank der Auswahl pflegeleichter Sorten weniger Aufwand mit Pflanzenschutzbehandlungen gehabt, so der Feldbaukoordinator. Möglichweise ist es auch der Sortenauswahl zu verdanken, dass man anders als andere Betriebe in der Elbaue kaum schwarze Rüben zu verzeichnen hatte. Das Problem, dass Rüben aus dieser Region häufig von innen verfaulen, tritt seit einigen Jahren vermehrt auf, ohne dass bisher die Ursache geklärt wäre.

Einen Teil Rübenpressschnitzel hat das LVG schon aus der Zuckerfabrik erhalten und im Schlauch siliert. Weitere rund 100 t werden noch angeliefert. Ein Teil dieser Menge wird bereits in der Zuckerfabrik im Rahmen eines Versuches mit Siliersalzen versetzte. „Die Fragestellung ist, wie stabil die Silage bei wärmerer Witterung bleibt“, erläutert Ondrej Kunze die Hintergründe.

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